Das Begeisternde an diesem Buch ist, dass es KEINE Biographie im üblichen Sinn ist, sondern wie es im Subtitel heißt, die Entdeckung eines Entdeckers! Tony Horwitz arbeitet hier weniger als Biograph, sondern selbst als Entdecker. Dabei ist seine Begeisterung keine Heldenverehrung - er bemüht sich, das Phänomen Cook und seine Taten von verschiedenen Seiten her zu beleuchten.
Das Besondere an seiner Arbeitsweise: Als Journalist hat er sich selbst auf Spurensuche begeben (Reisen im Pazifischen Raum, eine Woche als Matrose auf einem Nachbau der "Endeavor", dem Schiff, mit dem Cook seine erste Pazifikreise unternahm ...). So erzählt er zwei Geschichten: die Reisen von Cook und seine Reise zu Cook. Besonders interessant daran ist, dass er nachvollzieht, was europäische "Entedeckungen" im Zusammenhang mit Großmachtstreben hinterlassen haben, und welche oft schlimmen Konsequenzen die Kolonisierung für die Menschen und deren Kultur in dieser Weltregion nach sich sich zogen. Durch Horwitz' Arbeitsweise begreift man, dass Geschichte nichts Abgeschlossenes ist, sondern etwas, was bis heute wirkt und ohne die wir Gegenwärtiges nicht begreifen könnten.
Dieses ernste und zugleich auch humorvolle Buch ist es absolut wert, gelesen zu werden!