"Conversation Peace" ist mit Sicherheit einer der schlechtesten Alben, die Stevie Wonder je gemacht hat. Früher setzte er mit seinen Innovationen selber Trends, heute versucht er kläglich, im sowieso schon mehr als ausgetretenen R'n'B-Trampelpfad die Spur zu halten. Stevie Wonder ist und bleibt ein herausragender Songschreiber, doch das reicht heute einfach nicht mehr.
Die Ansprüche sind nach den Klassikeralben "Talking Book", "Innervisions" (ein sozialkritisches Konzeptalbum; hier experimentierte er erstmals erfolgreich mit Synthesizerklängen) und "Songs In The Key Of Life" ins Unermessliche gewachsen und werden nicht ansatzweise erfüllt. Der Sound der Platte ist viel zu beliebig, den wirklichen Soul sucht man vergeblich. Die Produktion ist mit dem Maßstab des Jahres 1995 einfach nur grottig geraten. Da haben Leute wie D'Angelo einfach ein besseres Gespür für den neuen amerikanischen R'n'B. Da ich kein wirklicher R'n'B-Fan bin, rate ich dringend von der Platte ab und empfehle Wonders Klassiker. Wer trotzdem gelungenen R'n'B aus der Mitte der Neunziger Jahre hören will, der greife zu D'Angelos "Brown Sugar" und wird nicht enttäuscht.