Berger vertritt in seiner Arbeit die These, dass Neutralität und Objektivität im Controlling nicht gegeben sind. Er macht zur Begründung Abschweifungen in die Physik (Heisenbergs Unschärferelation) und in die Kunst (Was sind Realität und Abbild). Dadurch führt er dem Leser vor Augen, dass der heutige Controllingbegriff in einer komplexen Welt nicht mehr ausreichend ist, und will eine neue Perspektive statt "mehr vom Gleichen" aufzeigen. Er zeigt am Beispiel der Balanced Scorecard, dass auch bei "qualitativen" Ansätzen das Gesetz "doing it all by numbers" gilt. Leider lässt er "neuere" Ansätze wie z.B. Beyond Budgeting aus.
Berger schlägt jedoch auch einen Lösungsansatz vor: Controlling muss zusammen durch Kommunikation entstehen, nicht durch (tayloristisches) planen/ausführen/kontrollieren. Besonders Frühwarnsysteme und Szenarioanalyse seien geeignet, keinesfalls kann jedoch auf klassische PuK Systeme verzichtet werden: Sie sollten nur anders eingesetzt werden. Statt als gottgleiche Fakten (oder Politikum) sollten sie als Anregungen und Hinweise dienen, die in einer fehlerfreundlichen, dialogischen Kultur in Gemeinsamkeit als Innovationsquelle genutzt werden können.
Leider hapert es auch ein bisschen an der Konkretisierung, auch das Thema Kunst und die narrative Methode (Controlling-Geschichten...) sind etwas zu "abgehoben", aber aufgrund der Themenstellung angebracht. Zur Verteidigung des Autors muss gesagt werden, dass es auch nicht seine Absicht war, Fertiglösungen zu liefern, sondern es sollte nur eine neue Perspektive auf die heutige "Wahrnehmung" des Controllings gegeben werden.
Daher schreibt Berger: "Gleichzeitig ist dieser Text mehr ein Denkanstoss, der erst im Betrachter seine Wirkung entfaltet. Dementsprechend bleiben auch mehr Fragen offen, als durch diese Arbeit beantwortet werden."
Dies ist ihm durchaus gelungen. 4,5 von 5 Punkten