... für Herz und Kopf! Es hat sich mit den ersten drei Teilen dieses Konzeptwerks ja schon angekündigt, dass das ein ganz großer Wurf wird, aber der 4.Teil setzt den ersten Teilen in allen Punkten noch eins drauf. Ich kann nur hoffen, dass die Verkaufszahlen der Klasse dieses Werks gerecht werden - denn hier liegt tatsächlich mal wieder ein wirkliches Konzeptalbum vor, was in puncto Geschlossenheit, Tiefe, Abwechslung, Atmosphäre und kompositorischer Klasse allen anderen momentanen Konzeptalbenversuchen anderer Bands um Längen voraus liegt. Ich brauchte nicht viele Hördurchgänge um zu erkennnen, dass die Chemie im momentanen Archive-Lineup mehr als stimmt.
Wie es Kunstwerke so an sich haben, ist es aber auch hier gar nicht so einfach, die Brillianz der Musik in Worte zu fassen. Die Musikrichtung hat Elemente von Bowie, Massive und Angelo Badalamenti, sie ist hinreißend dramatisch, experimentell, ausdrucksstark, teilweise kitschig schön, trip hoppig groovy und aufgrund der Vermischung verschiedener Stilrichtungen und Archive-eigenen Experimentierfreude hin und wieder ziemlich innovativ und vielschichtig. Nimmt man sich einzelne Songs raus, funktionieren sie alleine sicher nicht so genial wie im Gesamtkonzept - ein Merkmal, an dem man ablesen kann, wie gut der Konzeptalbum-Ansatz der Songsammlung funktioniert. Trotzdem offenbaren sich Dave Pen und vor allem Pollard Berrier in puncto Songwriting und Vocals als ganz große Würfe für Archive - als Beispiele seien hier Blood in Numbers für Pen und Pictures für Berrier genannt. Mann, mann, was für eine atmosphärische Tiefe diese Songs entwickeln, ist unbeschreiblich. Und ein wahrlich tränentreibendes Finale gibt's auch noch obendrauf mit Berriers Lunar Bender - fragil, verträumt und mit einer herzzerreißenden Melodie. Keeler und Griffiths haben für dieses Finale genau das Richtige getan - den Song spärlich und effektvoll instrumentiert (man beachte den Bass!) und Pollards Stimme auf's Äußerste rausproduziert, auf den Punkt ausgesungene, klare, gerade und chorverstärkte Melodieführung, das ist das, was die Wirkung des Songs auf die Spitze treibt. Ich wüsste erstmal nicht so recht, wie sie dieses Album noch toppen sollten (obwohl ich von Lights auch schon sehr begeistert war). Ich kann nur hoffen, dass sie uns in ihrem kreativen Schaffenshoch mit diesem Lineup noch mit weiteren so hervorragenden Alben wie Controlling Crowds beglücken...