Archive legen mit den Alben Controlling Crowds I-IV wieder einmal einen ganz interessanten und genialen Sound- und Klangkosmos vor, und ihr Konzept über die kontrollierende Masse geht am Ende auch auf. Ineinanderfliesende Titel, die sich einerseits spannend, andererseits düster und wie gewohnt fast schon hypnotisch in die Gehirngänge hineinbohren, lassen die kontrollierende Welt um einen herum für einen kurzen Augenblick verschwinden. Natürlich darf bei einem solchen CD-Titel auch eine scharfe Gesellschaftskritik in den Texten nicht fehlen. Ob man für diese Kritik wirklich fünf Titel mit Rapeinlagen benötigt hätte, oder ob man diese musikalisch auch anders hätte arrangieren können, darüber kann man geteilter Meinung sein. Ich persönlich kann mit Rapmusik nicht wirklich etwas anfangen. Dennoch sind diese fünf Titel, und besonders der Song - Quiet Time - für mich als "Nichtrapper" gut hörbar, zumal sie nicht so entsetzlich nerven, wie das ständig harte, monotone und vor allem textlich niveaulose "Rap-Gedönse" das man tagtäglich in den Charts vorserviert bekommt.
Alles andere ist, wie schon seit dem Album - You all look the same to me - aller erste Sahne. Mit dem hypnotischen Anfangstitel - Controlling Crowds - wird man sehr schnell in die Welt der kontrollierenden Masse hineingezogen. Danach geht die Reise über das bedrohliche - Bullets - weiter, bevor die Musik in den nicht weniger spannungsgeladenen - Dangervisit - regelrecht explodiert. Bei - Collapse/Collide - lässt uns Maria Q in Bestform dann abtauchen in einen wunderschönen Klangkosmos. Beendet oder in unserem Fall könnte man besser sagen, beerdigt wird die erste CD mit dem melancholisch-rhythmischen Lied - Funeral.
Das spannende - Pills - eröffnet die zweite CD. Auch dieses Lied setzt sich mäandernd in den Gehirngängen des Hörers fest. Cotrolling Crowds IV hält problemlos das Niveau von Controlling Crowds I-III, was ja bei Doppel-CD's ja nicht immer der Fall ist. Und mit - My empty bottle und Get High befinden sich zwei weitere Klanghighlights auf dieser CD. The feeling of Loosing Everything - einer der genialsten Songs, den Archive jemals geschrieben haben - läutet dann das musikalisch perfekte Finale dieser beiden Scheiben ein.
Controlling Crowds I-IV ist trotz seiner gewöhnungsbedürftigen Rapeinlagen ein sehr hörenswertes Doppelalbum, das wie immer einen gewissen Suchtfaktor garantiert, und somit in keiner CD-Sammlung von Freunden guter und alternativer Musik jenseits zwischen Kommerz und "Konservendosensuperstars" fehlen sollte.