Da hat sich die in den USA schon heftig promotete "Rock Supergroup" wahrlich nicht lumpen lassen. Die Band bestehend aus den ehemaligen GUNS N ROSES Mitgliedern Slash (guitar), Duff Mc Kagan (bass) und Matt Sorum (drums) sowie STONE TEMPLE PILOTS Frontman Scott Weiland (vocals) und WASTED YOUTH Gitarrist Dave Kushner ergänzt sich hervorragend. Man mag darüber streiten ob es besonders schlau von Slash und Co. war nach dem Zerwürfnis mit dem exzentrischen GUNS N ROSES Frontman Axl Rose es zur Abwechslung mal mit einem notorisch unzuverlässigen, von Drogenproblemen stark beanspruchten Bad Boy of Rock, nämlich Scott Weiland, zu probieren.
Wer die Platte anhört wird aber sicherlich jegliche Kritik sofort vergessen. Das geniale epische Songwriter Talent eines Axl Rose wird man sicherlich nicht wiederfinden, aber das hat auch niemand ernsthaft erwartet. Dafür gibt es was auf die Ohren und das richtig.
Mit SUCKER TRAIN BLUES und DO IT FOR THE KIDS gehts gleich ziemlich heftig los, allerdings trotz einiger Industrial Elemente sehr melodisch. Mit BIG MACHINE folgt ein absolutes Highlight; wenn Mr. Weiland über Sex, Drugs und Rock n Roll singt ist das nämlich erstens ziemlich glaubwürdig und zweitens auch sehr energiegeladen. Seine Stimmexperimente lassen die Platte noch etwas agressiver wirken. Es folgen ILLEGAL und das punkige SPECTACLE, welche die gesamte Platte gut repräsentieren: Eine gelungene Mischung aus Glam und Hard Rock, Punk im Stile der Backyard Babies (die ironischerweise auch von den Gunners beeinflusst wurden), allerdings musikalisch besser umgesetzt.
Mit FALL TO PIECES folgt nun ein echter richtig fetter Gunners Song, wie ihn Mr. Rose nicht besser hätte schreiben können. In HEADSPACE und SUPERHUMAN klingt Scott Weiland manchmal etwas melancholisch während er seine Drogenprobleme besingt. Der Hulk Soundtrack SET ME FREE offenbart sich nach mehrmaligem Hinhören als richtiger krachiger Rock Ohrwurm.
In YOU GOT NO RIGHT lässt sich Weilands Stimme erstmals auch in ruhigeren Tonlagen bewundern. Nach ruhigem Anfang entwickelt sich das Lied zu einer ausgezeichneten Rock Ballade mit tollen Gitarrensoli von Slash. Die Single SLITHER wird der musikalischen Vielschichtigkeit der Band nicht ganz gerecht ist aber relativ eingängig. In DIRTY LITTLE THINGS kann man einen Hauch der laissez Faire Coolness von Appetite for Destruction entecken. LOVING THE ALIEN ist eine ruhige Ballade, die nach dem Powertrip auch nötig ist.
FAZIT: Eine wirklich gelungenen ROCK-Mischung, natürlich mit Einflüssen der Stone Temple Pilots, Backyard Babies, Sex Pistols, Audioslave, und einige Gunners sind tatsächlich auch dabei. Trotzdem ein ganz eigener Stil einer wirklich großartig harmonierenden, technisch sicherlich genialen Band.