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Contra
 
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Contra

Vampire Weekend Audio CD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

motor.de

Weltmusik, Ivy-League, Pullunder - Mann sind die uncool! Oder eben nicht.
Mit ihrem Zweitwerk "Contra" setzen Vampire Weekend die Redefinition des breitenwirksamen Rockfaktors von eigentlich megaödem Kultur-Schnick Schnack fort, ohne vom eingeschlagenen Weg abzuweichen.
Die Popkultur-Fundstücke, derer sich Vampire Weekend bedienen, um den eigenen Sound zusammen zu schustern sind sicher nicht aus der Rock'n'Roll Hall Of Fame ausgeliehen. Bevor die Band aus New York vor etwas über einem Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichte, fandet ihr doch alle Paul Simon so was von doof, oder? Die Musiklehrer-Ikone mit dem Hang zum Kulturimperialismus war in Styler-Kreisen ein ähnlich rotes Tuch wie Roland Kaiser und der Konsum seiner Platten wurde - wenn überhaupt - als Beispiel für die eigene Fähigkeit zur Ironie angeführt. Call Me Al, Baby.
Der gesamte Ethno-Musikbetrieb war fest in der Hand Schafshorn-tutender Volkshochschulkurs-Teilnehmer und dementsprechend wenig identitätsstiftend für den Endverbraucher unter 45. Oder Studenten-Rock, jene irgendwie unvereinbare Synthese aus Hirn- und Hoseninhalt. Da war Ende 2007 doch auch das große Gähnen angesagt. Anfang 2008 war dann alles anders und vom Time- bis zum Spin-Magazine hatte die Fachpresse bereits im Januar ihren Indie-Liebling für den Rest des Jahres gekürt. Und so wurde das Gleichgewicht von "Cool" und "Uncool" von vier gewitzten Ivy-League-Studenten kurzerhand umgepolt und plötzlich fehlten in den Plattenregalen sämtlicher Bildungsbürger-Eltern die alten Paul-Simon-Platten.
Knapp zwei Jahre später wundert sich Rostam Batmanglij - als Keyboarder, Gitarrist, Sänger, Produzent und Beat-Programmierer bei Vampire Weekend tätig - noch immer darüber, was da eigentlich los war: "Seltsamerweise waren zu diesem Zeitpunkt mit Yeasayer und Dirty Projectors noch andere Bands unterwegs, die ein ähnliches Interesse an anderen Aspekten von Musik hatten wie wir," berichtet Batmaglij. Die Zeit für eine Neuentdeckung des Afro-Beat scheint also reif gewesen zu sein. Und tatsächlich lässt sich der Vorwurf des "Uncool"-Seins darüber abwehren, die eigenen Stil-Sünden in eine gemeinsame Sammlung einfließen zu lassen. "Unser Stil ist sehr von den einzelnen Interessen der Bandmitglieder geprägt, obwohl wir einen breiten gemeinsamen kulturellen Background haben. Aber so bringt jeder seine Eigenheiten ein und das tut der Band sehr gut. Ich bin Sohn iranischer Einwanderer und habe daher viele Einflüsse aus diesem Kulturkreis," erklärt Batmanglij den etwas abseitigen Stilmix, der auch das neue Album seiner Band beherrscht.
Auf "Contra" verfeinern Vampire Weekend das, was auf dem Debüt noch wie eine hastige Skizze wirkte, zu einem Gesamtbild in schillernden Farben. Die lustigen Melodien sind geblieben, der Afro-Beat ebenso. Darüber hinaus hat die Band allerdings mit Euro-Dance und indischen Einflüssen wieder tief in den Eimer des Uncoolen gegriffen, um des eigenen Ideenreichtums Herr zu werden. Batmaglij führt das veränderte Klangbild auf "Contra" allerdings hauptsächlich auf die verbesserten Arbeitsbedingungen zurück: "Diesmal mussten wir das Schlagzeug nicht in einer alten Scheune aufnehmen, sondern haben uns ein echtes Studio geleistet. Wir haben viel herumexperimentiert und oft Originalinstrumente im Computer einfach durch andere Sounds ersetzt. Das ist der Luxus, den du hast, wenn du dich als Band etabliert hast." "Contra" ist also ein Schritt nach vorn. "Ich glaube wir klingen auf diesem Album mehr nach Vampire Weekend als auf dem Vorgänger", gibt auch Schlagzeuger Chris Thompson zu Protokoll.
Vampire Weekend begreifen Popkultur als großes Experimentierfeld. Und möglicherweise ist diese Methode das eigentlich wichtigste Überbleibsel der Columbia-University-Ausbildung, die alle Bandmitglieder genossen haben. Ebenso wie sich ein Wissenschaftler seinem Gegenstand möglichst offen nähern muss, um bestimmte Lösungswege nicht von vornherein auszuschließen, lassen sich auch Rostam Batmanglij und seine Kollegen wenig von popkulturellen "Dos and Don'ts" irritieren. Ob das cool ist, müssen wohl andere entscheiden.

Kurzbeschreibung

Einige Bands bleiben immer bei ihren alten Strickmustern, andere verändern sich von Album zu Album radikal. Vampire Weekend haben bei ihrem zweiten Album weder das eine noch das andere getan. Oder vielleicht beides: „I think we sound more like Vampire Weekend than we did on the first record“ meint denn auch Schlagzeuger Christopher Tomson.

Das neue Album sprudelt nur so über vor frischen neuen Ideen die mit einer Wucht präsentiert werden, dass es einem die Sprache verschlägt. „Contra“ präsentiert sich dem Hörer kurz und straff durchkomponiert (10 Titel mit einer Lauflänge von 39 Minuten) mit einer Fülle an eingängigen und funkelnden Songperlen, die sich fast unmerklich mit so schwierigen Themen wie Verlust, Angst und dem Tod auseinandersetzen. Ein gewagtes Unterfangen, doch es kann als gelungen bezeichnet werden.

Im Januar 2009 begannen die Aufnahmen für das vorliegende Album, nur zwei Wochen nachdem die Jungs von ihrer 18 monatigen Welttournee zurück in die Heimat kamen. Ursprünglich plante man, in Kalifornien aufzunehmen, da man die Westküste als neue spirituelle Heimat ansah, man merkte aber doch schnell, dass New York als Standort etliche Vorteile mit sich brachte,

Im März 2009 tourte die Band zum ersten Mal durch Mexiko. Nur wenige Blocks entfernt von Frida Kahlos Haus fanden sie ein Studio, in dem erste Songs eingespielt wurden. DJ und Produzent Toy Selectah erwies sich dabei als verwandte Seele. Tagelang hörten sie gemeinsam Musik und philosophierten über Ideen, so sammelten sie neue Energien und kehrten frisch und motiviert nach New York zurück.

So konnten noch verschiedenere musikalische Stile, Kunstformen und Philosophien ihren Einfluss auf den neuen-alten Vampire Weekend-Sound nehmen: Third Wave Ska, The Hallelujah Chicken Run Band, Brazilian Baile Funk, Congolese Thumb Pianos, Repo Man, Sublime’s 40 Oz to Freedom, Reggaeton,Bachata, Bollywood, Philip Roth, Beethoven, NYC 1983, Dancehall, Beastie Boys, Pauls Boutique....Diese ganzen Einflüsse wurden dezent und kultiviert verarbeitet.

kulturnews.de

Zweite Alben sind nie leicht. Was aber macht man, wenn man gleich mit dem Debüt eine der wichtigsten Indieplatten des Jahrzehnts veröffentlicht hat? Nur weil Vampire Weekend die Szene vor zwei Jahren mit Afrobeats offener und toleranter gemacht haben, verlangt natürlich niemand, dass sie sich komplett neu erfinden, um einen ähnlich radikalen Umsturz zu bewirken. Tatsächlich bleiben sie der Erfolgsmixtur treu und hauen mit Songs wie "Run" oder "Giving up the Gun" sichere Hits raus, mit denen sich die Fans ihres Debüts sofort zurechtfinden werden. Trotzdem herrscht auf "Contra" alles andere als Stillstand: Erneut beweisen sie mit großen Ideenreichtum, wie eingängig scheinbar disparate Einflüsse zusammengehen können. Selbst trashige Elektrosounds der 90er klingen bei ihnen cool, mit "Cousins" rocken sie plötzlich wie noch nie, und die Ballade "Taxi Cab" wird vor allem von Piano und Kontrabass getragen. Auch textlich haben sich neue Töne eingeschlichen, denn während das Debüt noch die unbeschwerte Collegezeit der New Yorker widerspiegelte, geht es jetzt um Trennungen und andere Verluste. Und damit haben Vampire Weekend dann eben doch wieder ein Album aufgenommen, das in die Popgeschichte eingehen wird - weil sie das Musterbeispiel für ein perfektes zweites Album abgeliefert haben. (cs)

Produktbeschreibungen

Inspired 2010 album! Bustling rhythms 'n' poised art-pop from the natty New Yorkers. Includes "Cousins" and "Horchata".
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