Wie bei allen Quinton-Scheiben - noch sind es ausschließlich CDs, aber noch in diesem Jahr soll ein Teil des Programms auf Vinyl erscheinen - bietet auch hier schon das kunstvoll gestaltete Booklet Anreiz genug, das Album umgehend zu erstehen. Wer dann noch den gekonnt mit Klischees spielenden, dabei aber auch selbstironischen Beitrag des Komponisten, Dirigenten und Arrangeurs des Konzerts für Gitarre und Jazz-Orchester gelesen hat, wird "Continental Call" gewiss nicht wieder aus der Hand geben wollen - auch ohne nur einen Ton gehört zu haben. Dabei allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, denn der erste Satz beginnt recht verhalten, und auch der Anfang des zweiten könnte einen dazu verleiten, beherzt am Poti zu drehen, was man dann spätestens bei den brachialen Bläserriffs gegen Ende bereuen könnte. Toningenieur Carlos Albrecht hat hier jede Menge Dynamik eingefangen, überdies wurde beim Mastering auf Limiter verzichtet. Und so lässt sich dann, wenn's die Anlage hergibt, mit kurzfristig fast an Live-Konzerte heranreichender Energie der dichte und intensive Dialog zwischen E-Gitarre und Orchester genießen: eine Schwelgerei in Klangfarben und Rhythmen.