"Bilingual Stories" las ich bisher aus mehreren Gründen: Ich liebe die englische Sprache - meine Muttersprache Deutsch sowieso heiß und innig -, bevorzuge es deshalb, sehr gute englischsprachige Literatur im Original zu genießen; dabei gehört meine Vorliebe zusätzlich guten Kurzgeschichten. Und --- auf diese Weise gelingt es gleichzeitig, mir bislang unbekannte Autoren der Weltliteratur kennenzulernen. Was liegt also näher, als sich sozusagen "schamlos" beider Sprachen zu bedienen und auf diese einfache Weise auch noch die eigenen Englischkenntnisse anhand guter Übersetzungen zu erweitern?
Meine bilinguale Bibliothek hat inzwischen einen recht netten Umfang angenommen, und damit auch meine Kenntnisse über englischsprachige, lesenswerte Literatur und deren Autoren ... Daraus habe ich inzwischen auch gelernt, "gute" von ---"weniger guten" Übersetzungen unterscheiden zu können.
Harald Raykowski ist nicht nur ein brillanter Übersetzer der Texte der auch in dieser bilingualen Ausgabe einmal wieder vorhandenen sehr lesenswerten Geschichten dieser 10 großartigen Autoren, die alle erst ""innerhalb der letzten 15 Jahre erstmals erschienen sind ... "":
- Julian Barnes: "Dragons / Dragoner"
- A.S. Byatt: "Medusa's Ankles / Die Füße der Medusa"
- Angela Carter: "The Kiss / Der Kuss"
- Kazuo Ishiguro: "A Family Supper / Ein Familien-Essen"
- Penelope Lively: "Clara's Day / Claras großer Tag" (Übersetzung: Isabella Nadolny)
- Salman Rushdie: "Good Advice is Rarer than Rubies / Guter Rat ist kostbarer als Rubine" (Übersetzung Gisela Stege)
- Helen Simpson: "Good Friday, 1663 / Karfreitag 1663"
- Graham Swift: "Gabor / Gabor"
- Jonathan Treitel: "Stalin, Stalin, and Stalin / Stalin, Stalin und Stalin"
- Fay Weldon : "Sharon Loves Darren / Sharon liebt Darren"
[Die Amazon-Produktbeschreibung kann ich bestätigen: Es sind tatsächlich ""Erheiternde und beunruhigende Geschichten, flotte und hintersinnige"" [...], die von ""Jungen und Mädchen vor und in der Pubertät, von erfolgreichen und gescheiterten Erwachsenen, von schlichten und gewitzten Älteren, von liebenswerten und abscheulichen Alten"" erzählen ...]
--- sondern Harald Raykowski ist darüber hinaus sogar selbst ein brillanter "Geschichten-Erzähler", der mit beeindruckend subtilem Verständnis die Grundgedanken der Autoren transportiert und vermittelt ..., und das in einem so hervorragenden Deutsch, daß man selbst als Mutterzüngler daraus auch noch wundervolles Deutsch hinzulernen kann. Mag bedeutungslos klingen - ich allerdings betrachte das als die "hohe Schule"... sozusagen.
Zum noch besseren Verständnis einzelner Erzählungen enthalten die im Anhang befindlichen verweisenden "Anmerkungen" überaus wertvolle Informationen, die wesentlich zur Erhellung sachbezogener, historischer und/oder mythologischer Hintergründe beitragen [S. 209-211].
Sehr wertvoll sind auch die anschließenden "Bio-bibliographische[n] Notizen" über die Autoren, deren Namen es sich zu merken lohnt [S. 212-215].
An anderer Stelle zitierte ich bereits meine Englisch-Lehrerin, die mir einschärfte, stets auf wirklich GUTE ÜBERSETZUNGEN zu achten, weil sich nur daraus die eigenen Englischkenntnisse wirklich verbessern, vertiefen und sinnvoll erweitern lassen.
Nun - dieses Buch enthält ganz besonders gute Übersetzungen wieder einmal ganz besonders guter Erzählungen von Weltklasse-Autoren, das würde mir sicher auch meine Englischlehrerin bestätigen. Meine (eher rare) 5 Sterne-Bewertung fiel mir diesmal ganz leicht.
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Das vorliegend rezensierte Buch ist die Deutsche Erstausgabe / Neuübersetzung, 1.Auflage 1997, 7.Auflage Juni 2008
Umschlagbild von Leon Kossoff: Vor der U-Bahnstation Kilburn, Sommer 1976 (Ausschnitt)
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Weitere von mir bereits rezensierte Bücher aus dieser Reihe empfehle ich ebenfalls gern, Aufzählung unvollständig, Fortsetzung folgt ...
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