Vorab - ich bin seit 30 Jahren Sagafan und habe alle Alben. Außerdem habe ich diverse Livekonzerte mitverfolgt und immer diese feine Stimmung der Fans auf den Konzerten in mich aufgesogen.Ich bin also nicht ganz unvoreingenommen ;-)Darüber hinaus muss in dieser Reze auch einfach der Umstand einfließen, dass eine Band nach über 10.000 Tagen musikalischen Schaffens in Deutschland ihren letzten Auftritt zelebriert. Ja ich weiß, eigentlich ist ja "nur" Michael ausgeschieden und Saga haben mittlerweile schon wieder ein Album mit Rob Moratti produziert (welches ich übrigens immer noch nicht gekauft habe). Aber auch Genesis waren mit Ray Wilson anstelle von Phil Collins nicht Genesis. Ich weiß, dass es ungerecht ist eine Band hauptsächlich am Sänger fest zu machen, zumal Jim Chrichton ja eigentlich der musikalische Kopf der Band war, bzw. ist. Aber die unverwechselbare Stimme Michaels hat die Band über die letzten 3 Jahrzehnte geprägt. Das prägt auch den Hörer...
Um so schöner ist es, die gelungene Zusammenstellung aus alt und neu vom letzten Live-Auftritt in den Player zu legen, sich zurück zu lehnen, die Augen zu schließen und an die zahlreichen Konzertbesuche zurück zu denken - oder an den Abend vor einem Konzert in Paderborn, als sich in der Kneipe neben dem Veranstaltungsort plötzlich die Band bis auf Michael neben uns am Tisch niederließ und beim Abendessen vor dem Auftritt mit uns über die Tour plauderte. Am schönsten dabei waren die Konzerte im kleinen Clubrahmen, wo man Auge in Auge mit der Band die virtuose Musikkunst nicht nur hören, sondern auch sehen konnte, wo man sich Songs wünschen konnte, die manchmal sogar dann gespielt wurden ;-)
Zu den Titeln muss man eigentlich nichts sagen. Zumindest die Fans kennen sie. Eine gelungene Mischung aus Klassikern und Songs der letzten zwei bis drei Alben. Melodischen Parts folgen teils Passagen gewollter Disharmonie, immer wieder durchzogen von virtuosen Gitarren- und Synthi-Parts, bei denen sich der Normalsterbliche Knoten in die Finger spielen würde, untermalt von der einzigartigen Stimme Michael Sadlers. Genau die Art von Musik, die seit Jahren den Experten Kopfzerbrechen bereitet, in welche Schublade von Musikrichtung das denn nun passen würde.
Wie schon ein Vorrezensent schrieb, wird bei diesem Konzert die Stimmung der Fans auch sehr gut eingefangen und man fühlt sich mittendrin. Für diejenigen, die Saga nicht kennen empfehle ich auf jeden Fall mal reinhören. Im Gegensatz zu so manchem Studioalbum, wo sich die Musik für den allgemeinen Zuhörer nicht immer auf den ersten Blick erschließt, ist dieser Konzertmitschnitt von Anfang bis Ende rund. Ein Must-have für Fans und solche, die es werden wollen...