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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die eine, große Liebe,
Von Rezensent "Rezensentin" (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Consummatus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Stuttgarter Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte sitzt, wie immer an denjenigen Samstagen, in denen er keinen Unterricht hat, in einem Cafe. Und so, wie langsam der Tag verstreicht, den er zunächst mit Kaffee beginnend, später mit einem Glas Wodka nach dem anderen fortsetzt, umso lebendiger werden seine Erinnerungen. Denn er hat ein besonderes Verhältnis zu den Toten: seine Eltern sind schon länger tot, er war Einzelkind, und die einige Frau, die er wirklich geliebt hat, ist ebenfalls bei einem Unfall ums Leben gekommen. Außerdem hängt er der guten, alten Musik aus den 60er, 70er Jahren nach. So räsonniert er über das Leben, die Literatur, Sex&Drugs&Rock'n Roll, das Schwabenland und den Neckar, über Jesus und Gott, und natürlich über Joey, seine Geliebte. Lewitscharoff ist eine begnadete Schriftstellerin, es macht große Freude, ihrem präzisen, zuweilen lakonisch-abgeklärten, zuweilen esoterisch angehauchten Text zu folgen. Er bereichert den Leser mit luziden Einsichten über die Liebe, das Leben und das Seelenleben eines Menschen, dem die wichtigsten Menschen abhandengekommen sind, die aber in seiner weiten Seele weiterleben. Zwar erscheint mir das letzte Kapitel, in dem Schneeflocken wie die Geister der Toten auf den (betrunkenen) Lehrer herabfallen und seine Gedanken vollends durcheinanderwirbeln, etwas zu esoterisch und verspielt geraten. Alles in allem ist der Lewintscharoff aber ein sehr gutes Buch gelungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
wenig überraschend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Consummatus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Obwohl ich die Romane von Sibylle Lewitscharow sehr schätze, habe ich gerade mit diesem hochgelobten Werk größte Schwierigkeiten gehabt. Die so vielgepriesene Sprachmelodie wollte mich einfach nicht gefangennehmen, die Figuren blieben blass und bemüht und sogar der Chor der Toten, eigentlich ja eine faszinierende Idee, hat mich nach einigen Auftritten nicht mehr großartig interessiert. Ich gestehe es nur ungern, aber ich habe den Roman nach der halben Lektüre aus der Hand gelegt, zu gleichförmig und zu wenig überraschend schien mir der Inhalt. Aber vielleicht habe ich ja das Beste verpasst ... darum auch drei Punkte.
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21 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Was soll das?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Consummatus: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Was soll das?", möchte man mit einem alten Herbert Grönemeier-Song der Autorin von Consummatus zurufen. Der Plot des Buches - sofern man ihn als solchen bezeichnen kann - ist schnell erzählt. Der Lehrer Raplh Zimmermann verbringt einen Vormittag im Café Rösler, wo er sich an seine alte Liebe Joey erinnert und weiteren Gedanken über das Leben nachhängt. Dabei sind seine Reflexionen zumeist tiefgründig, aber so artifiziell, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass ich als Leser den Gedankengang einer wirklichen, lebenden Figur nachvollziehe. Deshäufigeren finde ich seine Assoziationen geradezu albern, manchmal auch unverständlich. Der Versuch von Sybille Lewitscharoff eine Art poetischen Wortteppich zu erschaffen scheitert an einem mangelnden Gefühl dafür, wann sie über das Ziel hinausschießt ("Was gäbe ich darum, auf dem Rücken eines Elefanten die Königstraße entlangreiten zu dürfen. Generell ist der Elefant dem Esel an Komik überlegen. Wieviel Komik in ihm steckt, zeigt der Elefant, wenn er niederkniet."). Der besondere Clou des Romans besteht darin, dass Zimmermanns Reflexionen von Toten, die in seinem Leben eine besondere Rolle gespielt haben, kommentiert werden, z.B. von seiner verflossenen Joey, Andy Warhol, Jim Morrison u.ä. - eine schöne Idee zugegebenermaßen, die aber leider nicht optimal in die Tat umgesetzt wird. Die Kommentare der Toten sind wenig pointiert, unoriginell, mitunter ebenso hermetisch wie die Gedanken des Protagonisten, so dass durch sie keinerlei literarischer Mehrwert entsteht. Schade, denn schon nach wenigen Seiten ist klar, dass die wortgewaltige Autorin sehr wohl auch schöne Bilder finden und ansprechende Ideen entwickeln kann. Leider tut sie das in Consummatus viel zu selten.
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