Bei Constantine hatte ich einen Horrorfilm erwartet und mich daher lange nicht an ihn heran getraut. Aber nachdem ich mir ihn angeschaut hatte, war ich doch überrascht, wieviel Wortwitz und lustige Szenen doch in ihm stecken. Vielleicht beruht diese Tatsache auch darauf, dass der Film auf den Hellblazer Comics basiert, wobei Keanu Reeves Null Ähnlichkeit mit der blonden Comicvorlage hat.
Zur Handlung des Films: John Constantine (gespielt von Keanu Reeves) konnte bereits als Kind Dämonen sehen, was ihn so sehr erschreckt hat, so dass er sich als junger Mann das Leben nahm und für kurze Zeit klinisch tot war. In dieser Zeit hat er den grauenhaften Zwischenbereich der Hölle gesehen, in dem Selbstmörder verweilen. Er wurde allerdings gerettet und versucht sich nun den Weg in den Himmel zu erkaufen, indem er die Erde vor sogenannten dämonischen Halbblütern bewahrt und diese wieder zurück in die Hölle schickt. Engeln und Dämonen ist es verwehrt, die Dimensionen zu überqueren, aber Halbblütern (halb Mensch, halb Dämon bzw. Engel) wäre dies möglich. Und diese könnten die Menschen auch zu furchtbaren oder guten Taten überreden.
Plötzlich passieren aber einige ungewöhnliche Todesfälle im Freundeskreis von Constantine, so dass er vermutet, dass doch ein Dämon die Dimensionen überquert hat. Zudem hat sich die Zwillingsschwester Isabell, der Polizistin Angela (gespielt von Rachel Weisz) vom Hochhaus einer psychiatrischen Klinik gestürzt. Angela sucht Constantine auf, nachdem sich beide einige Male zufällig über den Weg gelaufen sind und bittet ihn um seine Mithilfe, weil sie davon überzeugt ist, dass es sich nicht um einen Selbstmord ihrer Schwester gehandelt hat. Ein Zeichen von Isabell und ein Zeichens auf der Hand eines toten Freundes, führen in ihren Recherchen dazu, dass es sich um den Sohn des Teufels handelt, der die Welt erobern will. Nur wie ist ist noch unklar, bis Constantine darauf kommt, dass Angela das Medium sein wird und sie daher in Gefahr ist...
Die Teufelaustreibungen, die mit "Hello this is John Constantine, Arshole" beginnen und bei erfolgreicher Austreibung mit dem Zeigen des Mittelfingers und dem Kommentar "Grüße an deinen Boss" enden, sind schon einen Lacher wert. Der Übergang von der einen in die andere Dimension funktioniert mit nassen Füßen als Medium (auch sehr interessant). Die Szene, in der Angela die Dimensionen wechseln will und sie dazu in einer Badewanne komplett untertaucht, ist eine der wenigen schrecklichen Szenen.
Viele zusätzliche Features sind auf der DVD nicht zu finden. Außer dem Musik-Video von A Perfect Circle (Passive), den US-Trailern und einem sehr langatmigen Audiokommentar des Regisseures und Produzenten anscheinend über die Länge des gesamten Filmes (ich habe irgendwann ausgeschaltet) findet man kein weiteres Bonus-Material. Die Filmsprache Englisch evt. mit deutschen Untertiteln ist zu empfehlen.