Eine Scheibe, wie sie die deutsche Jazzszene zu Hauf auf den Markt wirft. Schlagworte wie "verschiedene Stile", "Zusammenspiel", "Auflösung der Thema/Solo Form" etc. fallen einem gleich ein wenn man sich diese "akademisch" korrekte Musik anhört. Der obligatorische 7/8 "Red" ist genauso dabei wie der in der Jazzmusik unendlich wichtige "Dialog" nein richtiger: das musikalische Gespräch mit mystischen Akkorden im Piano und Doublestops im Bass so wie allerlei percussiver "Energie" vom Drumset - mit der Brechstange umgesetzt im Stück "Constant Traveller". Wirklich virtuose Passagen im Saxophon gibt es leider nicht zu hören. Ist ja auch klar, die Künstlerin ist diesen profanen Anforderungen emotional entrückt und "reif". Die Liste wird weiter abgehakt. So ist mit "Quiet Rush" auch ein Jazzwalz enthalten, der selbstredend auch hier und da "orientalisch, östlich" eingefärbt wird. Das ist hip, dass ist modern aber leider auch unendlich vorhersehbar. Leider wurde vom Quartett auch hier übersehen, dass man Lebensgefühl und Magie sowie Ursprünglichkeit dieser Musik nicht einfach akademisieren kann. Man kann sich nur wünschen, dass die vier Musiker aus ihrer Welt entfliehen können und irgendwann einen Weg finden Musik zu machen und nicht nur akademische Normen zu erfüllen, die diese eigentlich so lebendige und schöne Musik zerstören. In der Tat scheint dazu ein "Constant Travel" von Nöten zu sein.