Al di Meola hat ein neues Album auf den Markt gebracht, das ich als eines seiner besten empfinde.
Musikalisch ist es ein Genuss: Es gelingt di Meola, sein virtuoses Können in den Dienst der Kompositionen zu stellen. Dabei merkt man, dass die Musik immer den Spaß am Musizieren transportiert (kein Wunder, dei der Besetzung!). Das Können eines der größten Gitarristen unserer Zeit wird nicht obsessiv zur Schau gestellt, sondern fügt sich mal weich und sensibel, mal temperamentvoll und ausbrechend in das Klangbild des Albums, wie die einzelnen Kompositionen ein.
Das war nicht immer so bei di Meola, dem aufgrund früherer Zeiten das Klischee nacheilt, nur schnell zu sein (was im Grunde so eindimensional nie stimmte, denn di Meola war immer schon einer der rhythmisch stärksten und faszinierendsten Gitarristen, die es gab). Damit räumt die Meola nun bereits seit Jahren auf. Dank der Freundschaft zum argentinischen Tango in den Personen Piazzollas und Saluzzis hat sich Al di Meola kompositorisch immer weiter entwickelt, was seiner Musik insgesamt sehr zu gute kommt. Das Album klingt kompositorisch so rund, wie kaum ein anderes von ihm.
Im Vergleich zum bereits sehr guten Vorgänger Flesh on Flesh finden sich zum einen Stücke, die den Faden des Vorgängers aufgreifen und fortführen. Zum anderen sind aber Stücke enthalten, die wie in früheren Zeiten nur mit einer solid-body E-Gitarre mit kleinen Sound-effekten versehen wurden und den Kontext wieder erweitern hin zu elegischen Fusion-Momenten.
Fazit: ein tolles Album zwischen Genres, das Südamerika und Fusion, akkustisch und elektrisch zugleich ist, aber eines nie wird: langweilig!!!!!