Ich liebe die Entwicklung von Conor Oberst. Hat er vor ein paar Jahren noch tief-schwarze traurige Texte geschrieben, mit sehr melancholischen Melodien, zeigt sein neustes Werk, warum man Conor beim älter-werden noch immer hören kann und sollte. Er ist ohne Frage, neben Jeff Tweedy, Mark Oliver Everett und Sufjan Stevens, einer der großen Songwriter, dieser Zeit. Und ich finde seine Veränderungen wirklich beeindruckend. Genau so gern ich damals noch der zittrigen Stimme eines Jugendlichen zugehört habe, die mir von Depressionen, Sucht und auswegsloser Liebe erzählt hat, genau so gern höre ich heut die Geschichten eines Mannes der sein Leben, seine Liebe und die gewissen Orte dieser Erde zu schätzen weiß. Ein Mann der sich von Spiritualität und Magie inspirieren lässt. Einer der seine Ängste und Probleme noch immer ehrlich in wunderbare Bildworte fassen kann.
Hatte "Cassadaga" noch seine Stärke und Überraschung durch den Country-Einschlag und dem bombastischen Mitwirken von Chor und Orchester, so kommt Obersts Folge-Werk "Conor Oberst" mit einer einfachen Band(Mystic Valley) und dementsprechender Instrumentierung aus. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Piano und zeitweise die Begleitstimmen der Mitstreiter. Die Einfachheit ist in diesem Fall auch gleich die pure Schönheit dieser Platte. Von schnellen Countrynummern über klassischen Rock bis hin zu tränen-rührenden Balladen, sind alle zwölf Songs noch mit einem Hauch Pop verfeinert. Jedes Lied schafft es, auch allein-stehend zu beeindrucken. Also was hier abgeliefert wurde, ist eine ganz runde bezaubernde Sache, die ich schon fest in mein Herz geschlossen habe. Dieses Album hätte auch zwanzig Jahre früher oder später erscheinen können und wäre noch immer dieses bodenständige tolle Werk was es "2008" ist.
Da bin ich mir sicher.