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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Connected!" Ob man will oder nicht!?,
Rezension bezieht sich auf: Connected!: Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist (Gebundene Ausgabe)
Christakis und Fowler, zwei in der einschlägigen wissenschaftlichen Gemeinde bekannte amerikanische Wissenschaftler (Mediziner und Soziologe der eine, Politikwissenschaftler der andere) haben in der Perspektive von Netzwerken das lesenwerte Buch "Conntected! Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist" zu den nach ihrer Ansicht "wichtigsten" Fragestellungen des Menschen geschrieben. In bester angelsächsischer Manier erläutern sie den Einfluss sozialer Netzwerke z.B. auf Liebe und Emotionen, Gelddingen und politische Verflechtungen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. Und darin liegt der Erkenntnisgewinn aus dem Werk.Die Autoren begreifen soziale Netzwerke als Gruppe von Menschen, die miteinander Beziehungen unterhalten und Beziehungen übertragen, um daraus fünf "Netzwerkgesetze" abzuleiten, die man sich präziser formuliert wünscht und die sich teilweise auch widersprechen. Einige auf den ersten Blick plausible Begriffe wie etwa "ein Netzwerk prägen" oder "gestalten" bedürfen schon einer präziseren Erläuterung. Oder grundlegend: Wie ist ein Netzwerk von einer Organisation abzugrenzen, deren Mitglieder ja auch Beziehungen miteinander unterhalten? Bescheidet man sich stattdessen mit dem Anspruch von angegebenen Hypothesen, dann ist der Erkenntnisgewinn aus dem dargebotenen Lesestoff immer noch beachtlich. Das Buch von Christakis und Fowler vermittelt neue Einsichten, indem scheinbar bekannte Phänomene im Zusammenleben von Menschen durch neue Ergebnisse etwa aus neurologischer und Sozialforschung erklärt und interdepente Beziehungen hergestellt werden. Wer etwa hätte gedacht, dass alle Menschen nur "sechs Schritte" voneinander entfernt sind, wobei der Einfluss des Einzelnen mit seinen Einstellungen, Gefühlen und Verhaltensweisen im Netzwerk nur "drei Schritte" reicht. Oder sich die maximale Größe eines Netzwerkes von ca. 150 Individuen sowohl für die funktionsfähigen zivilen Dorfgemeinschaften der Hutterer als auch für die militärische Einheit einer Kompanie angeben lässt. Diese Kennzahl wird plausibel begründet durch den erstrebten inneren Zusammenhalt auf Basis einer zwischen den Netzwerkmitgliedern noch funktionsfähigen Kommunikation. Man fragt sich natürlich auch, ob emotionale Anstreckung einen Freund wirklich um 9 % glücklicher macht oder eine Beziehung um 15 %; desgleichen, ob Glück tatsächlich 50 % durch Genetik bestimmt wird und 10 % durch den Lebensumstand, aber zu 40 % durch persönliche Entscheidung. Definiert man noch dazu Gott als Super-Netzwerker", wie dies die Autoren tun, dann wird hier aufgrund eines offensichtlich eklatanten Kategoriensprungs eindeutig die Grenze einer seriösen wissenschaftlichen Argumentation überschritten. Und worin liegt nun der Nutzen für den Leser des Buches als Mitglied eines Netzwerkes? Wohl in der Achtsamkeit dafür, dass er in einer gewissen Weise, zumal wenn er in der Mitte von Netzwerkgruppen steht, sein Netzwerk prägt, aber auch selbst geprägt werden kann, und zwar ohne dass es ihm zunächst bewusst ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zahlreiche und neue Beispiele zu einem bekannten Phänomen,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Connected!: Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist (Gebundene Ausgabe)
Es soll ja noch immer Menschen geben, die daran glauben, sie würden ihre Entscheidungen unabhängig von fremden Einflüssen fällen. Wer an diesem Irrtum festhalten will, wird an diesem Buch keine große Freude haben. Denn Nicholas A. Christakis und James H. Fowler bringen für die Macht der sozialen Netzwerke so viele Beispiele, dass man sich ziemlich verquere Geschichten ausdenken muss, um solche Einflüsse bestreiten zu können. Die spannenden Belege aus den verschiedensten Bereichen menschlichen Zusammenlebens sind es denn auch, die das Buch der beiden Autoren auszeichnet. Wer über einen gesunden Menschenverstand und eine gute Beobachtungsgabe verfügt, weiß schon nach den ersten Seiten, was die Kernaussage mit seinem eigenen Leben zu tun hat. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind immer mittendrin statt nur dabei. Was unsere Freunde und deren Freunde meinen und glauben, bleibt nicht ohne Auswirkungen auf unser eigenes Verhalten.So zufällig, wie einige glauben, sind die Einflüsse des sozialen Umfeldes allerdings nicht. Mit ausgeklügelten Softwareprogrammen und kreativen Experimenten lassen sich sogar mathematische Gesetzmäßigkeiten entdecken, nach denen sich Gefühle, Einstellungen und Verhalten ausbreiten. Von solchen Forschungsarbeiten ist in diesem Buch so oft die Rede, dass der Spannungsbogen bei weniger interessierten Lesern abreißen könnte. Aber die Autoren halten mit originellen Beispielen und einer verständlichen Sprache erfolgreich dagegen. Und sie erliegen auch nicht der Versuchung, ihre Leser mit reißerischen, aber spekulativen Behauptungen bei Laune halten zu wollen. Das finde ich besonders erwähnenswert, weil andere Autoren leichtfertig Kausalzusammenhänge konstruieren, wo es sich nur um zufällige Korrelationen handelt. Den Kritikern der modernen Medienwelt wird es vielleicht nicht gefallen, dass der Einfluss prominenter Helden weniger groß ist als der unserer sozialen Netzwerke. Stars wirken zwar als Verstärker, sind aber trotzdem am Rande der wichtigen Netze. Der Leser wird jedoch sensibilisiert, so genannt schwachen Verbindungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, wenn er Beziehungen für seine Karriere nutzen will. Denn bricht er den Kontakt zu einem Verwandten ab, was als starke Verbindung gilt, hat dies auf sein Gesamtnetzwerk keinen grossen Einfluss. Kennt er aber zufällig einen Spitzenpolitiker, Wirtschaftsboss oder Medienpromi, hat er Zugang zu einem grösseren Netzwerk. Aber vielleicht muss er sich auch einfach damit abfinden, dass selbst die Fähigkeit zum Netzwerken von den Genen abhängt. Die Frage, welchen Nutzen der Leser aus der Lektüre zieht, ist wohl nur individuell zu beantworten. Sicher wird man dafür sensibilisiert, den Verhaltensmustern des nächsten sozialen Umfeldes noch mehr Beachtung zu schenken. Und ergibt sich die Gelegenheit, Menschen außerhalb des üblichen Freundeskreises zu treffen, wird man sie hoffentlich eher ergreifen. Denn die aufgeführten Studien machen deutlich, dass Veränderungen leichter möglich sind, wenn man einem Netzwerk angehört, in dem gewünschte Verhaltensmuster die Regel sind. Wer ein Buch nur dann spannend findet, wenn in jedem Kapitel eine neue Idee vorgestellt wird, kann meine Begeisterung kaum teilen. Mich haben die beiden Autoren überzeugt, weil sie ihre vielen Beispiele nicht dazu missbrauchen, Wünschbares als wissenschaftliche Wahrheiten zu verkaufen. Wo es sich um mögliche Annahmen handelt, wird dies klar so deklariert. Und sie sind auch keine Kulturpessimisten, die das virtuelle Netz als Zerstörer traditioneller sozialer Beziehungen sehen. Mein Fazit: Die beiden Autoren beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den Gesetzmäßigkeiten sozialer Netzwerke. Aber obwohl sie mit Ihrem Buch auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen wollen, geben sie ihre Erkenntnisse keinesfalls trocken weiter. Als Leser spürt man ihre Begeisterung für das Thema und wird in vielen Ansichten bestätigt, die sonst dem gesunden Menschenverstand zugeschrieben werden. Selbst wenn Seilschaften den eigenen Interessen entgegenlaufen, muss man zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass sie auf Regeln beruhen, gegen die wir wenig ausrichten können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebe Deinen Übernächsten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Connected!: Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist (Gebundene Ausgabe)
Dass sich Ehepartner nach Jahrzehnten des Zusammenlebens mehr und mehr aneinander angleichen, das ist eine Erkenntnis aus unserer Alltagserfahrung (von Herrchen und Hund sagt man übrigens das gleiche). Dass wir durch unsere Freunde und Nachbarn geprägt werden, ist auch keine wirkliche Neuigkeit. Aber dass wir auch von den Freunden unserer Freunde beeinflusst werden, egal ob wir diese kennen oder nicht, ist doch für viele eine überraschende These.Sie stammt aus der Erforschung der sozialen Netzwerke, eine Sparte der Sozialwissenschaft, die in jüngster Zeit wieder stark an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Der Grund für das öffentliche Interesse ist - wie könnte es anders sein - mal wieder das Internet. Denn die Social Networks wie Facebook oder MySpace faszinieren immer mehr Online-Nutzer. Doch die Networks in der Online-Welt sind nur ein Teil der Netzwerke, in denen wir alle irgendwie eingebunden sind. Die amerikanischen Forscher Nicholas Christakis und James Fowler haben ein sehr lesenswertes Buch über die aktuelle Netzwerkforschung geschrieben. Darin zeigen sie, wie sich Verhaltensweisen wie epidemisch weiterverbreiten, seien es nun Essgewohnheiten, Selbstmordgedanken, Lachanfälle, Sexpraktiken oder das glücklich sein. Wichtige Begriffe werden erläutert, etwa die Transitivität, die etwas über die Dichte einer Gruppe aussagt: Unsere Freunde sind meist auch untereinander befreundet. Oder die Weak Ties" oder schwache Glieder: Das sind Beziehungen zu Menschen am Rande eines Netzwerks, die auch Beziehungen zu anderen Gruppen haben und deshalb eine wichtige Funktion beim Weiterleiten von Informationen haben. Die Autoren berichten von ihren eigenen Forschungen, die sich mit so spannenden Fragen beschäftigen, ob wir tatsächlich etwas beeinflussen können, wenn wir zur Wahl gehen (nur um es vorweg zu nehmen: Ja, denn unsere Wahlteilnahme erhöht die Chancen, dass auch unsere Freunde und deren Freunde zur Wahl gehen). Das Buch ist eine wichtige Grundlagenlektüre für jeden, der kompetent über Mundpropaganda (neudeutsch: Word-of-Mouth) und Social Networks mitreden will, auch wenn das Buch alles andere als ein Marketing-Ratgeber ist. Die Methoden der Netzwerk-Analytiker werden nur oberflächlich behandelt, speziell die Erläuterung der angewendeten mathematischen Verfahren sparen die Autoren aus. Ausführlicher werden allerdings evolutionstheoretische Ursachen für unser Sozialverhalten ausgebreitet. Und es gibt jede Menge anschauliche Beispiele, von der Website Where is George?", auf der die Reise von Dollar-Noten nachverfolgt wird, über den Filz im US-Senat, bis zu der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten. Connected!" ist also ein Buch, das uns hilft, unseren facettenreichen Alltag besser zu verstehen - und alles andere als ein neues Jubel-Traktat über Social Media oder die Segnungen des Community-Marketings. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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