Es ist ziemlich schwierig, einen qualitativ so sprunghaften Film wie "Congo" einer Bewertung zu unterziehen. Möglicherweise gelingt es in Form einer mathematischen Abwägung: Kameraführung, Locations und Set-Design sind relativ hochwertig (ergibt zusammen drei Bewertungs-Punkte). Abgesehen von den unzeitgemäß und wirklich albern wirkenden Menschen in Affenkostümen (minus eins) sind die übrigen Trickaufnahmen durchaus annehmbar (plus eins). Auch die Action- und Stunt-Sequenzen wurden ansprechend choreografiert und in Szene gesetzt (plus eins). Das Drehbuch ist vollkommen unlogisch (minus eins), die Dialogregie weitestgehend gelungen (plus eins), die Story konfus und an den Haaren herbei gezogen (minus eins), die Synchronisation wiederum recht gut (plus eins). Die Schauspieler liefern routinierte Kost ab (plus/ minus 0) und die Rollenbesetzung geht in Ordnung (abermals plus/ minus 0). Die Unglaubwürdigkeit des Films und die unentschlossene Mixtur verschiedenster Stileinflüsse zwischen Abenteuer-, Action-, Science-Fiction-, Mystery- und Horrorfilm bedingen jedoch weitere zwei Sterne Abzug. Fazit: Sollte ich mich nicht verrechnet haben, bleiben am Ende zwei Sterne für den vorliegenden, zwar partiell spannenden und überzeugenden, in sich allerdings unschlüssigen Film übrig. Wer einen ernstzunehmenden Abenteuer-Movie erwartet, wird enttäuscht sein. Die sogenannten 'Killeraffen', mit denen sich eine Expedition in Afrika auf der Suche nach einer verlorenen Stadt konfrontiert sieht, dürften einem von CGI-Effekten verwöhnten Blockbuster-Publikum vermutlich übel aufstoßen. Vergleiche zu der Indiana-Jones-Persiflage "Quatermain" sind da schon zutreffender. Für penible DVD-Sammler vermutlich im Sinne einer Regal-Komplettierung unumgänglich, ist "Congo" für Gelegenheitskonsumenten wohl kaum zu empfehlen.