Meine erste Sonic-Youth Scheibe, die ich mir vor 10 Jahren kaufte. Danach habe ich mir alle Sachen von Sonic Youth geholt bis zu A Thousand Leaves. Aber Confusion Is Sex, Mannomann...ist das beste Album der vier New Yorker. Damals noch mit dem alten Drummer Jim Sclavunos aufgenommen. Das mutigste, das abstrakteste, das düsterste (außer vielleicht noch Bad Moon Rising) aber auf jeden Fall eines der Innovativsten. Es schwingt auch noch eine unterschwellige Melancholie mit, die sich auf die Spät-Siebziger/Früh-Achtziger Punk-Ideologie von Bands wie Suicide, Scratch Acid, Flipper und vielleicht auch Joy Division bezieht (was nicht heißen soll, das Album klänge nach einer dieser Bands!). Es gibt nicht viele Platten, die ich nach 10 Jahren noch gerne höre, aber die hier gehört auf jeden Fall dazu. Diese Scheibe überrascht ständig mit ihrem Sammelsurium an Klängen, Dissonanzen, Ängsten, Verrücktem, Unheimlichem, Aggressivem und stellt einfach eine Musik am Rande von Musik dar (Kim Gordon las heimlich "Also sprach Zarathustra" im Schulunterricht). Die Gitarren werden teilweise nicht gespielt sondern geschlagen. Das Instrumental "Lee is free" wurde in der Wohnung von Gitarrist Lee Ranaldo auf einem Cassetten-Recorder aufgenommen. Der Gesang von Kim Gordon bei "Protect me you" und der Live-Version von "Shaking Hell" macht einem einfach Gänsehaut. Die "Hits" (obgleich alle Lieder gut sind) auf diesem Album sind für mich die beiden punkigeren, aggressiven Lieder "Inhuman" und "Kill your Idols". Die Intensität die hier erreicht wird ist unglaublich. Das ganze Album ist der pure Nihilismus. Ich kann mich noch erinnern als ich "Confusion is sex" das erste Mal hörte. Ich dachte mir: "Oh, mein Gott, was hast du dir da denn gekauft? Das ist ja der pure Krach." Meine Freundin bat mich darum dieses Album doch bitte nur alleine zu hören und ich hatte auch Verständnis dafür. Doch heute muß ich sagen, daß mir dieses Album einen ganzen Horizont an Musikerfahrungen eröffnet hat. Diese Musik ist roh und richtet sich direkt an die Bereitschaft des Zuhörers sich für sie zu begeistern, offen zu sein und Dissonanzen genießen zu lernen. Ich für meinen Teil bin mir sicher, daß solch nihilistische Intensität und derlei apokalyptische Klangwelten nur einmal (außer vielleicht noch auf der "Public Flipper Limited" von Flipper) in der Musikgeschichte so brilliant umgesetzt wurden: Confusion is sex...