Die Story ist ebenso platt wie unoriginell:
Ein katholischer Priester verliebt sich in einen anderen, gleichaltrigen Mann. Es kommt zu einer festen Liebesbeziehung, die durch den plötzlichen Unfalltod des Lebensgefährten abrupt beendet wird.
Am Schluss schaut der Priester - nach zwischenzeitlich tiefem Fall auf der vatikanischen Karriereleiter endlich Kardinal (sic!) - ins Abendrot und flüstert: "Ach Alessandro carissimo, cuore mio, bald werde ich bei Dir sein. Bald." Es war, als winkte ihm ein Engel zu. Klappe!
"Confiteor" ist ganz in der Nähe der unsäglichen "Dornenvögel" angesiedelt, einer ebenfalls unerträglichen Vatikan-Schmonzette von Colleen McCollough. Darüber hinaus wirken die zahlreichen italienischen Einsprengsel einfach nur lächerlich. Ecco! So greift Alessandro oder eine andere Lichtgestalt ständig nach seinem telefonino; das schöne urdeutsche Wort Handy hätte es ja auch getan.
Das Buch wird als "schwule Literatur" in vielen Rezensionen in den höchsten Tönen gelobt, was aus meiner Sicht definitiv nicht zutrifft. Schwul sind nur die beiden Protagonisten, David und Alessandro, abgesehen von den zwei wenig appetitlichen Figuren, dem Nuntius des Heiligen Stuhles in den USA und dem Primas der spanischen Kirche, die eine SM-Nummer vom Feinsten abliefern in einem Ambiente, welches aus einem Harry-Potter-Film stammen könnte. Literatur sucht man vergebens.
Von guter schwuler Literatur wie z.B. der von Baldwin und Sulzer, um nur zwei Beispiele zu nennen, ist dieses Buch Lichtjahre entfernt und erhält deshalb von mir nur einen Stern.