Der vorliegende elfte Band beschließt die Sword-of-Truth-Reihe von Terry Goodkind. "Endlich" ist man versucht zu sagen ob des Absturzes der Reihe. Was fulminant mit "Wizard's First Rule" begann, mit "Pillars of Creation" wenig unterhaltsam gestreckt wurde, erlebte mit den letzten vier Bänden einen traurigen Abschluss. Befeuert durch den ungeheueren kommerziellen Erfolg der Serie in den ersten Bänden, welche unbestreitbar gelungen sind, scheint der Autor einem derartigen Höhenflug erlebt zu haben, dass er sich auf einer Mission wähnt, seine "Ideologie", verbrämt in Fantasy-Romanen, verbreiten zu müssen. Damit wagt er sich in Höhen vor, die ihn unweigerlich haben abstürzen lassen.
Zugegeben, vereinzelt blitzen auch im vorliegenden Werk Qualitäten früherer Episoden auf. So besticht die Schilderung des Ja-La-Spiels durch Spannung und Überraschungsmomente, das vom Titelhelden im ersten Band memorierte Buch ("Book of Counted Shadows") durch eine intelligent vom Autor integrierte "Relevanz" für den Abschluss der Geschichte.
Dies vermag jedoch nicht die zahlreichen und schwerwiegenden Unzulänglichkeiten auch nur ansatzweise aufzuwiegen. Zunächst fällt die bereits aus anderen Bänden gefürchtete extensive Beschreibung von gänzlich Uninteressantem negativ auf. Immer noch finden sich seitenlange Beschreibungen der Umgebung, die man so schon oft vom Autor gelesen hat, sowie eine unglaubliche, fünfundzwanzig Seiten zählende Beschreibung wie Richard mit Nicci liest, lernt und zeichnet und dann wieder liest, lernt... Daneben stagniert die Handlung die ersten 300 Seiten nahezu völlig. In weiten Teilen sinnieren lediglich verschiedene Personen entweder über ihre prekäre Lage oder ihre große Bewunderung für Richard. Wenn sich dann doch mal etwas Wichtiges ereignet, wie beispielsweise der Diebstahl einer "Box of Orden", so berichten die Charaktere davon lapidar in drei Sätzen. Einen sonderlichen Unterhaltungswert kommt dem nicht zu. Über den Punkt, lediglich - neben dem Broterwerb - unterhalten zu wollen, ist der Autor aber allem Anschein nach sowieso längst hinaus. Ihm geht es offenkundig seit einigen Bänden eher um die Verbreitung seiner "Botschaft". Von missionarischem Eifer getrieben werden Zwiegespräche und Monologe der Protagonisten genutzt, um dem Leser auf doktrinäre Art und Weise einzutrichtern, was es so auf sich hat mit Liebe, Leben, Gerechtigkeit - um nur einige der schnell mal in einem Fantasyroman abhandelbaren Themen zu nennen. Da man bekanntlich am besten durch Wiederholung lernt, wird diese "Ideologie" dann auch immer wieder ausgebreitet. Doch damit hat es leider nicht sein Bewenden. Denn die pseudophilosophischen Ergüsse sind nicht nur ermüdend und deplatziert sondern propagieren zudem einige sehr fragwürdige "Wahrheiten" (für Zweifel ist kein Raum im Sermon des Autors). So wird ein Vernichtungskrieg gegen die unter Zwang dem Gegner zuarbeitende Zivilbevölkerung auf haarsträubende Art und Weise als Selbstverteidigung gerechtfertigt. Ein Sieg sei nur möglich durch die "...völlige Vernichtung der Anhänger des Glaubens des 'Orders'..." (Zitat!). Inter arma silent leges! An das Propagieren der Todesstrafe durch den Autor hatte man sich schon in einem früheren Werk gewöhnen müssen. Wenig verhohlen wurden deren gerechtigkeitsstiftende Funktion bereits zuvor durch den Titelheld verkündigt. Seinen diesbezüglichen Tiefpunkt erreicht Goodkind jedoch, als er Kahlen - hierbei Ankläger, Richter und Henker in Personalunion - nach einem unfreien Geständnis eine nunmehr gänzlich ungefährliche Person exekutieren lässt. Nun ja, (selbst-)gerechte Titelfiguren haben viele schwere Entscheidungen zu treffen.
Insgesamt ergibt sich somit ein über weite Strecken ermüdender, langweiliger Fantasyroman, der den Leser immer nur dann aus seiner Lethargie weckt, wenn er ihm allen Ernstes weiszumachen versucht, Genozid oder die Todesstrafe seien die Speersptze der Gerechtigkeit.
Nein Danke! Bitte nicht mehr davon!