Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Newcomer The Temper Trap gründete sich in Melbourne, doch die Wurzeln des Quartetts sind auf der anderen Seite des Planeten zu finden. Ihr von Jim Abiss (Arctic Monkeys, Massive Attack, Placebo ) produziertes Debüt
Conditions ist geprägt von atmosphärischen Sounds, pulsierenden Rhythmen, symphonischen Arrangements und den Gefühlen der Musik der 80er in England. Nicht umsonst zog es die Jungs von Down Under nach London, der Inspirationsquelle ihrer Synthie-Pop und New Wave touchierten Songs. Doch TTT nur darauf zu reduzieren, käme dem Quartett nicht gerecht. In ihren in puncto Stimmung, Tempo, Instrumentierung oder Härte sehr abwechslungsreichen Songs finden sich die unterschiedliche stilistische Färbungen. Ein Stück wie „Soldier On“ könnte zumindest im ersten Teil glatt von den hinreißenden The Miserable Rich stammen, „Down River“ dagegen erinnert deutlich an Arcade Fire und „Sweet Disposition“ steht in der Tradition von U2. Der Song schaffte es zudem auf den Soundtrack zum amerikanischen Comedy Film
(500) Days Of Summer. TTT spielen leichtfüßig mit den Elementen, sie variieren die Gewichtung der eingesetzten Instrumente wie Streicher oder Bläser, kennen in dem überbordenden Songs wie „Fader“ keine Grenzen, um gleich im Anschluss bei „Fools“ alles wieder herunterzufahren. Auf
Conditions gleicht kein Moment dem anderen, und wenn man Temper Trap das als Sprunghaftigkeit auslegen will, kann man das auch als Suche nach einer endgültigen Identität sehen. Egal, welchen Weg die Aussies einschlagen, nach diesen Lieder hier scheint jeder in die richtige Richtung zu führen. -
Sven Niechziol
The Temper Trap – vier junge Australier auf dem Weg nach oben. Mit „Conditions“ präsentieren sie ein sehr abwechslungsreiches und viel versprechendes Debütalbum.
Es gibt Songs, die hauen einen gleich beim ersten Mal Hören richtig um. So auch „Love Lost“ von The Temper Trap. Das aufwendige Arrangement steigert die Dynamik, der Gesang von Dougie Mandagi setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein fulminanter und viel versprechender Einstieg in ein Album, der Vergleiche mit Coldplay und den Kings Of Leon nahe legt. Die Erwartungen an den Rest steigen und werden nicht enttäuscht.
Die Musik von The Temper Trap ist geprägt von starken instrumentellen Klangwänden, vom Postrock inspiriert, sowie von Mandagis hoher, souliger Stimme. Beides könnte auch für sich stehen, doch gemeinsam spornen sie sich zu dem an, was die Australier ausmacht: Im Wechsel zwischen ruhigen, stimmlicheren Parts und dynamischen, instrumental unterstützten Stellen („Rest“), kommt die ganze Power von The Temper Trap zum Vorschein. Kaum zu glauben, dass dies das Debütalbum der Band ist. Zu verdanken ist das sicherlich zum Teil der Hilfe von Produzent Jim Abbiss, der schon den Sound der Arctic Monkeys, der Editors und Ladytron verfeinerte.
Auch klassische Indie-Hymnen finden sich auf „Conditions“ und beweisen die Vielseitigkeit der Musik. „Down River“ lädt mit treibendem Schlagzeug und dem Akustikgitarren-Thema zum Mitsingen ein. Und das 80er-Beat-beeinflusste „Fader“ ist mit seinen Synthie-Handclaps und der Gute-Laune-Melodie ein echter Indie-Sommerhit. Auf der anderen Seite gibt es nachdenkliche Songs. Das gemächlichere „Soldier On“ handelt von der Angst vor dem Tod und zeichnet ein beunruhigendes Bild. Zunächst steht hier Dougies Stimme im Vordergrund, begleitet von Akkustikgitarre und sanftem Bass, bis wiederum eine rockige Klangwand aufgebaut wird, wie um dieser Angst entgegenzuwirken. Geheimnisvoll ist auch „Resurrection“, das mit einem spannenden Bass-Beat dem Hörer das Gefühl vermittelt, hinter jeder Ecke lauere etwas Erschreckendes.
So werden The Temper Trap niemals langweilig. Ob ihrer vielseitigen Einflüsse von Postrock bis Indie bieten sie dem Hörer immer neue Facetten. Mit „Conditions“ legen die Australier ein Debüt vor, das eine große Zukunft verspricht. Prädikat: Besonders wertvoll!