Da der Großteil der Leute, die sich für Puscifer interessieren, wohl ohnehin auf die ein oder andere Weise mit Tool/A Perfect Circle vertraut sein dürften - und es sonst doch bitte möglichst bald sein sollten! ;) - werde ich diese auch ein wenig mit einbeziehen.
Obwohl ich Tool und A Perfect Circle für zwei der großartigsten Musikprojekte unserer Zeit halte, hatte ich anfangs ziemliche Probleme damit, mich in Maynards Nebenprojekt "Puscifer" hineinzufinden. Einzelne Tracks wie 'Momma Sed' weckten zwar Interesse, aber insgesamt fehlte für mich der "Zauber" und die Gefühlsintensität Maynards sonstiger Werke.
"Conditions of My Parole" aber hat mich nun doch gepackt. Die Tracks sind weiterhin im Schnitt ein gutes Stück kürzer (knapp 4 Minuten) als man es von Tool her kennt - beinahe radiofähig, auch wenn ich stark bezweifle, dass man sie bei uns dort zu hören bekommen wird und es selbst dann nicht mitbekäme - und unterscheiden sich auch musikalisch immer noch deutlich von Tool/APC, konnten zumindest mich als Hörer aber deutlich besser erreichen, als es bei vielen der vorherigen Puscifer-Tracks der Fall war, die auf mich zum Teil zu elektronisch/überarbeitet/überladen wirkten.
Ich habe das Album jetzt circa 5 mal komplett durchgehört und bleibe jedes mal ein wenig bei 'Monsoons' hängen; obwohl es in dem Track oberflächlich wohl nur ums Bewässern der Weinplanatagen geht, weckt der Vers "only you can bring the color in" bei mir unabhängig davon doch ganz andere Assoziationen und Erinnerungen.
Das darauf folgende "Telling Ghosts" würde ich wohl als stärksten Track des insgesamt sehr guten Albums sehen; gute Lyrics, unbarmherzige Dynamik-/Tempowechsel, insgesamt ein ziemlich einzigartiges Feeling.
Der Anfang von "Toma" reißt einen irgendwie ein wenig aus der von den vorherigen Tracks aufgebauten Atmosphäre heraus, danach gehts aber wieder recht "normal" weiter.
Jeder einzelne Song hat ein gewisses Etwas, das ihn von den anderen unterscheidet, oft schon direkt auf der rein instrumentalischen Ebene. Definitiv kein Einheitsbrei und doch fühlt sich das Album als Ganzes an, als würde es so zusammengehören.
Würde das Album jedem uneingeschränkt empfehlen, der schon frühere Puscifer-Songs im Stile von 'Momma Sed' mochte. Und auch sonst jedem, der Maynards Musik gegenüber nicht insgesamt völlig abgeneigt ist. Wer Tool/APC liebt, aber mit Puscifer anfangs absolut nichts anfangen konnte, für den ist "Conditions of My Parole" wohl die beste Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen.
Macht es auf jeden Fall leichter, die Wartezeit zum nächsten Tool- bzw. APC-Album zu überbrücken. :)