Auch 14 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung verzaubern Paolo Contes CONCERTI mit ungeheuer charmanter Musik in prickelnd-intimer Live-Atmosphäre. Advokat Conte und sein fünfköpfiges Ensemble kreieren einen unwiderstehlichen Cocktail aus Chanson, Blues, Bar-Jazz und viel Nostalgie. Darüber legt er sein oft spartanisches, gelegentlich aber auch - wie in "Boogie" - swingendes Klavierspiel und nuschel-nört dazu tiefsinnig-wehmütige Texte mit einer Stimme, aus der intensiver Lebensgenuß wie auch Leid sprechen. Dabei zelebrieren die 6 Musiker auf ihren klassischen Instrumenten feine Kunst, bestechen durch perfektes Zusammenspiel und unaufdringliche Arrangements, die jedem der 18 Stücke einen charakteristischen Klang verleihen. Wer Adriano Celentanos Fassung von "Azzurro" aus den späten 60ern noch im Ohr hat, wird bei Contes Eigeninterpretation erst mal die Ohren weit aufsperren: Die Italo-Pop-Himmelsseligkeit ist weg, dafür spürt man das Traurig-drängende eines einsamen Witwers, den die blaue Sommerhitze stets an seine Frau erinnert. Trotz der gelegentlichen Schwermut ist CONCERTI ein außergewöhnliches und höchst seltenes Meisterstück, das zu fast jedem Anlaß paßt, immer gute Stimmung verbreitet, und mich zweifellos auf die einsame Insel begleiten würde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)