Mit Reinhard Goebel und Jan Vogler haben sich die Richtigen gefunden. Auf der einen Seite der Alte-Musik-Experte, der in den vergangenen Jahrzehnten schon so manche Klangrevolution angestoßen hat, auf der anderen Seite der Cellist, der als Solist und als Initiator des Moritzburg Festivals der Kammermusik wichtige Impulse verliehen hat. Gemeinsam haben sie offenbar in den Archiven gestöbert und dabei einige Werke aufgespürt, die jetzt zum ersten Mal überhaupt auf CD vorliegen. Goebel dürfte dabei für die straffen Tempi und den richtigen Drive" verantwortlich sein, und Vogler steuerte seinen wunderbar vollen Celloton bei - und beides verbindet sich hervorragend miteinander. Der Überraschungssieger ist für mich dabei das neu ausgegrabene Cellokonzert von Friedrich Hartmann Graf, das es durchaus mit den weitaus bekannteren Cellokonzerten Joseph Haydns aufnehmen kann. Wie Vogler im dritten Satz im Flageolett das Hauptthema (das merkwürdig an Komm lieber Mai" erinnert) vorstellt, ist schlichtweg zauberhaft.