Sinatra s qualitativ beste Zeit begann Anfang der 60er Jahre. Befreit von den ewigen Fesseln seiner früheren Plattenfirma CAPITOL (bei der fantastische Alben entstanden, die ihn jedoch auch aus Kommerzzwecken zu einigen seiner schlimmsten musikalischen Entgleisungen zwang) konnte der Sänger, dank der Gründung seines eigenes Labels REPRISE, seine Vorstellungen ohne Widerstände realisieren.
"The concert Sinatra" ist eines der vielen Konzeptalben, die von einer ganz individuellen Sichtweise geprägt wurden. Steht "In the wee small hours" noch unter dem Diktat der Minimalisierung der Orchesterbegleitung, so ist hier das Gegenteil der Fall: Große Balladen (darunter das phänomenale "Ol man river") wurden mit ebensolchem, fulminant aufspielenden Riesenorchester aufgenommen, das kongenial mit Frank Sinatra s gerade in jener Epoche besonders voluminösen Stimme kooperiert. Der Gefahr der Überladung, die bei derartigen Projekten stets besteht, entging der Künstler dank des hervorragenden Arrangeurs Nelson Riddle elegant. Besonders interessant hier der Song "Soliloquy", der nicht nur bezüglich seiner haltlosen Überlänge von mehr als 8 Minuten eine Sonderstellung im Repertoire des Weltstars einnimmt.
Entstanden ist eine Langspielplatte, die - 1963 produziert - alle Moden überstand und weiter überstehen wird, in der CD-Version nun neu aufgelegt wurde und nicht das Geringste ihres bahnbrechenden Zaubers verloren hat. Sie sollten sich diesen Mann und seine Musik nicht entgehen lassen.