Conan Band 1 ist ein dicker Wälzer von 764 Seiten. Und dabei behandelt der erste Band nur die ersten beiden Schöpfungsjahre 1932/33. Diese dafür umso ausführlicher, was auch Neulingen in Hyboria die Entstehung des Phänomens Conan nahe bringt. Das Buch bietet neben den Geschichten aus diesen Jahren noch Sekundäraufsätze, Karten und Bildmaterial, die hyborische Genese, Aufzeichnungen Howards, Auszüge aus seinen Briefen und vieles mehr. Besonders spannend finde ich die verschiedenen Versionen der Geschichten, von der ersten eingereichten Fassung bis zur schlußendlich gedruckten Fassung. Dazu gibt es Exposés und Geschichtsfragmente, die einen schönen Einblick in die Arbeitsweise von Howard ermöglichen. Auch in den Aufsätzen über Howard sind viele Details und Erkenntnisse schön aufbearbeitet, so dass ein Schmökern in diesem Band eine wahre Freude darstellt.
Die Geschichten selbst handeln von dem Cimmerier Conan, einem gewaltigen, kriegerischen Barbaren, dessen Mut und Können ihn schließlich zu einem der Herrscher des fiktiven hyborischen Zeitalters werden lassen. Es ist klassische low fantasy, voll mit muskelstrotzenden Kriegern, halbnackten Frauen und furchtbar bösen Zauberern. Hier gibt es keine strahlenden Helden, auch Conan selbt ist ein teils melancholischer, teils aufbrausender Kämpfer und Säufer, der Gefallen an Krieg, Töten, Frauen und Alkohol hat. Die Geschichten beschreiben seine Abenteuer in den mannigfaltigen Landen, die sich Robert E. Howard zu dem hyborischen Zeitalter ausgedacht hat. Howard kann spannende Geschichten erzählen und besitzt eine ausgeprägte Imagination, aber auch ein Interesse an Geschichte, das ebenfalls in seine Erzählungen einfliesst.
Fazit: Ein Muss für Conan Fans. Aber auch gerade für Einsteiger zu empfehlen, denn man wird sehr gut an die Thematik heran geführt.