Den Anfang dieser Comic-Erfolgsstory markierten Kurt Busiek und Cary Nord mit wirklichen, im Geiste Howards geschriebenen Stories sowie hervorragenden Adaptionen seiner Originale. Cary Nords Zeichenstil schien wie dafür geschaffen und einmalig. Und obwohl das so ist, behaupte ich, dass dieser vorliegende Band über die Jugend Conans mit der beste der ganzen Reihe ist - und hier zeichnete nicht Cary Nord, sondern Greg Ruth.
Busiek hat sich als Autor quasi selbst übertroffen, denn Howard schrieb über Conans Jugend im Grunde gar nichts, deutete in seinen Geschichten nur diverse Dinge und Ereignisse dieser Jugend an. Wieder einmal beginnt Busiek die Geschichte mit dem jungen Prinzen, der sich von seinem Wazir aus dem Leben Conans erzählen lässt. Und hier wird Busiek dann richtig kreativ. Geschickt und im howardschen Geiste verwebt er die Geschichte um die Jugend des Cimmeriers mit den nur vagen Andeutungen des texanischen Autors. Das alles funktioniert hervorragend, finde ich, und erklärt auch in sich stimmig den Charakter jenes Conans, den wir kennen und lieben.
Den zeichnerischen - oder malerischen - Teil erledigt hier Greg Ruth. Sein Stil ist anders als der Cary Nords, aber um keinen Deut schlechter oder ausdrucksloser. Erst durch Ruths Bilder funktionieren die Visionen Busieks. Hier entsteht wirklich Cimmeria, als wäre es von Howard selbst geschrieben. Während durch Cary Nords besonderen Stil manchmal die Gesichtszüge des Barbaren verwaschen oder anders als im Bild zuvor wirken (was auf seine Weise ebenfalls funktioniert), ist bei Ruth alles sehr genau entworfen. Besonders gefällt, wie Conan glaubwürdig und wiedererkennbar vom Kleinkind zum Jungen und dann frühen Erwachsenen entsteht.
Insgesamt hat hier alles einen gewissen epischen Charakter, der nicht zuletzt der Figur des Großvaters von Conan sowie seinen Jugendfreunden und -feinden zu verdanken ist. Alles fügt sich und passt ins Andere. Dieser Band hat für mich alles, was große Comic-Kunst ausmacht.
Für Fans der Reihe also ein klares Must-Have.