Wie schon in den vorangegangenen beiden Veröffentlichungen bildet eine Original-Geschichte aus der Feder Robert E. Howards den Mittelpunkt des Bandes. Diesmal handelt es sich um eine der populärsten Conan-Erzählungen, Der Elefantenturm", die in schriftlicher Form in der Anthologie Conan 1 (Heyne-Verlag) erschienen ist. Zwar wurde sie bereits in Die Abenteuer von Conan 1 in Comicform veröffentlicht, doch wählten Autor Busiek und Zeichner Nord hier eine wesentlich düsterere Visualisierung, als es in der bunten Marvel-Comic-Welt der Siebziger möglich gewesen wäre (obgleich man eingestehen muss, dass auch die damalige Version für Marvel-Verhältnisse ungewohnt dunkel daherkommt). Jedenfalls kann man getrost sagen, dass die hier vorliegende Umsetzung mit ihren neunzig Seiten an Umfang der Howard-Geschichte durchaus gerecht wird.
Es wäre aber ungerecht, hier nur auf Howards Originalmaterial einzugehen. Busiek hat bereits in den Vorgängerbänden bewiesen, dass er die Stimmung von Conans Welt gut in seine eigenen Geschichten transportieren kann. Die visuelle Umsetzung wurde erneut von Cary Nord und (für sechs Seiten des Elefantenturms") von Michael Wm. Kaluta vorgenommen. Beide Künstler tragen einen nicht unerheblichen Teil zur hohen Qualität dieses realistisch wirkenden, stimmungsvoll düsteren Comics bei.
Im Gegensatz zur extrem teuren, aber im direkten Vergleich schwächeren Sonderedition der Marvel-Comics kommt dieses Produkt aus demselben Hause zu einem äußerst erschwinglichen Preis daher - wenn es auch leider nicht im robusteren Hardcoverformat vorliegt.
Auch der dritte Sammelband der Dark Horse"-Conan-Comics kann rundum überzeugen. Wer auf der Suche nach einer zeitgenössischen und quellennahen Visualisierung der Geschichten um den cimmerischen Barbaren ist, kann hier bedenkenlos zugreifen. Aber auch Interessierte, die sich nicht mit dem Werk Howards auskennen und lediglich auf der Suche nach Heroic Fantasy in Comicform sind, dürfen gerne einen Blick riskieren. Es lohnt sich!