Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wünsche mir ein POTENTIALES Nachfolgewerk!, 18. September 2008
Die Autoren beschäftigen sich in dem vorliegenden Werk mit Erklärungsansätzen für die Anziehungskraft des Internets und dabei vor allem von Onlinerollenspielen. Insbesondere gehen sie dabei auf "World of Warcraft" ein, wohl weil es das derzeit erfolgreichste Spiel am Markt ist. Andere Formen der Onlinesucht werden nur am Rande erwähnt. Die Sprache ist so gewählt, dass auch für Personen, die sich noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben, gut verständlich sein dürfte, was die Autoren vermitteln möchten.
Als Psychologin, die selbst mit internetabhängigen Menschen und ihren Angehörigen arbeitet, kann ich dieses Buch durchaus Eltern, Interessierten und ExpertInnen weiterempfehlen, da es wertvolle Gedankenanstöße liefert. Hüther und Bergmann bemühen sich um eine differenzierte Sichtweise, beziehen hirnorganische Forschungsergebnisse mit ein und legen ein weiteres Augenmerk auf den Einfluss des gesellschaftlichen und familiären Umfeldes. Daraus ergibt sich ein breiteres Spektrum an Ansatzpunkten im Umgang mit dieser Form der Abhängigkeit und auch an therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten. Weg von "das betroffene Kind muss therapiert werden" hin zu einer geteilten Verantwortung. Für Eltern liefert das Buch Anregungen dafür, was ihrem Kind beim Ausstieg aus der virtuellen Welt helfen könnte. Indem sie etwas verändern, kann sich auch am Bedürfnis ihres Kindes, sich ins Internet zurückzuziehen, etwas ändern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch kleine Veränderungen Großes bewirken kann.
Der kulturpessimistischen Haltung der Autoren kann ich mich allerdings nur bedingt anschließen. Dass hier ein eher defizitorientiertes Erklärungsmodell verfolgt wird, ist auch mein größter Kritikpunkt.
Ingesamt aber 4 Sterne - das Buch gibt einen guten Überblick, stellt einen größeren Zusammenhang her und sensibilisiert. Um die Potentiale für Prävention, Behandlung und Therapie ausschöpfen zu können, die sich aus den Annahmen der Autoren ergeben, wären weiterführende Überlegungen notwendig. Vielleicht gibt es ja bald ein Nachfolgewerk?!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Im Bann der virtuellen Welt - Wie Kinder und Jugendliche die digitalen Weiten entdecken, 21. März 2007
Unterhaltung, Faszination, Gefangenschaft, Sucht - ausgehend von dieser Begriffskette versucht ein deutsches Autorenduo, bestehend aus Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann und Hirnforscher Gerald Hüther, jenes Phänomen zu beschreiben, dass in Folge moderner Medien immer häufiger in unserer Gesellschaft zu beobachten ist. Die Autoren sind sich eins: Insbesondere jüngere Menschen sind davon betroffen. Den Angelpunkt der Diskussion bildet ein Schlagwort: "Computersüchtig?!"
Aufbruch in eine neue Welt
Dass Kinder und Jugendliche im Laufe ihrer Entwicklung die Welt entdecken, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Abgesehen von der Welt, die wir alle kennen, ist in den letzten Jahren eine neue Welt entstanden, deren Entdeckung von uns allen Pionierarbeit fordert: Die Cyber-Welt, das Internet. Wie auch in der "richtigen" Welt finden sich hier eine Unzahl an Milieus, Gruppen und Gesellschaften. Aus Sicht der Jüngeren könnte man allen, die dieses Faszinosum links liegen lassen, mangelnden Entdeckergeist vorwerfen. Nicht so viele Jugendliche, die die Gelegenheit, eine neue und noch kaum eroberte Welt zu entdecken, mit beiden Händen packen und in Richtung digitaler Weiten schippern - wo noch (beinah) kein Mensch zuvor gewesen ist.
Wie viele neue Welten hat auch die digitale den Anschein eines Eldorado: sagenhaftes Goldland und mystischer Ort, an dem ungeahnte Verheißungen Glück und Zufriedenheit versprechen. Vor allem jene, die ihre aktuelle Lebenswelt nicht gerade als ein solches Eldorado einschätzen, begeben sich auf die Suche. Gerade Jugendliche, die nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung streben, möchten eine solche Welt finden. Viele stoßen dabei auf die Parallelwelt des Internets, in der reale Identität, Alter, äußere Erscheinung oder die Schublade der peer group zur Nebensache werden und sich neue Möglichkeiten der Selbstbehauptung auftun. Wie schon in der Zeit der Konquistadoren stoßen die Eroberer allerdings nicht immer und sofort auf die besagten Schätze: In vielen Fällen bietet das Anlegen an der Küste der neuen Welt auch Gefahren und Risiken, die in der alten Welt unbekannt waren.
Living in Cyberworld: Eroberungsgeist oder Sucht
Das "neue Land" Internet wird von Bergmann und Hüther fragend unter die Lupe genommen. Die dabei eingenommene Perspektive ist die der besorgten Eltern, die ihr Kind vor den angesprochenen Gefahren schützen möchten. Schrittweise wird in dem Buch in die unbekannte Welt eingeführt. Besorgten Eltern werden dabei vier Aufgaben gestellt, mit Hilfe derer sie Verständnis für die digitale Lebenswelt ihrer Sprösslinge lernen können: Sie sollten Aufwachen, Hinschauen, Verstehen und über das gesehene Nachdenken. Das Fazit: Internet kann spannendes Hilfsmittel oder Ersatzwelt sein. Kinder und Jugendliche können dieses Medium wie Erwachsene auch auf vielfältige Art nutzen. Ein Missbrauch ist allerdings nicht auszuschließen. Der Rettungsring, mit dem der Nachwuchs aus der Sucht befreit werden kann, heißt Verstehen und Verständnis entwickeln. Wie man Internetsucht erkennt und sie beseitigt, ist die Schlüsselfrage des Buches.
Einziges Manko: Ab wann man davon ausgehen kann, dass ein Mensch tatsächlich computersüchtig ist, wird nicht verraten. Die fließende Grenze zwischen der Faszination für die Möglichkeiten des Internet und dem Abgleiten in die Parallelwelt des Cyberspace ist schwierig zu ziehen. Stillschweigend davon auszugehen, dass ein "Krankheitsbild Computersucht" besteht, ist hier wohl ein bisschen zu einfach gedacht. Wenn Eltern jedoch die Sorge plagt, ihr Kind könnte in den Sog des Mediums Internet geraten, finden sie in diesem Buch einen guten Ratgeber, der gangbare Lösungsvorschläge und hilfreiche Handlungsanleitungen bietet.
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dieses Buch ist ein , 8. Oktober 2006
"Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien" ist ein Buch, das in jedes Elternhaus gehoert. PC-Haendler und Provider sollten es automatisch zur Hardware packen, denn diese Informationen sind wichtig, wenn man in die neuen Medien eintauchen will.
Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft sich nicht weiter sperrt gegen diese "neue Art der Sucht", die Computer- oder Onlinesucht. Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass 3-5 % der Internetnutzer (das sind in Deutschland ueber eine Million Menschen) onlinesuechtig sind, Tendenz steigend. Dieses Buch von Bergmann und Huether zeigt, wie sich die Hirnstrukturen einen exzessiven Spielers oder Internetusers veraendern. Erschreckend, aber spannend zu lesen.
Letztlich bietet dieses Buch auch endlich einen Einblick in die Spielewelt der Betroffenen. Wie sollen Eltern/ Lehrer/ Freunde und Angehoerige helfen, wenn sie gar nicht wissen, was die Betroffenen da im Netz eigentlich treiben?
Ich bin froh, dass die Autoren sich dieses wichtigen Themas annehmen!
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