Was sind die neuen Wege?
Für die Autoren zählen dazu unter anderem:
Beziehungen herstellen
(im Sinne des kumulativen Lernens)
Lernen, Fragen zu stellen
(Mathematik als etwas, das kein Fertigprodukt ist, sondern etwas, das es zu entdecken gilt.)
Operativ arbeiten
(Eine zentrale Frage dieses Weges ist das experimentelle Arbeiten anhand der Frage "Was passiert ... wenn ...?")
Selbsttätig lernen
(Hierbei unterscheiden die Autoren klar zwischen blindem Aktionismus und der Selbsttätigkeit als geplante zielorientierte Aktivität, "die Freiräume für das Denken und Handeln" schafft.)
Produktiv üben und wiederholen
(gemeint sind hier interaktive Übungsprogramme sowie die Bedeutung des Computers "als Katalysator dafür, Übungsaufgaben produktiv zu gestalten".)
Adäquat visualisieren
(Zur Vermeidung einer einseitigen Sichtweise und für ein umfassendes Begriffsverständnis ist es für die Autoren u.a. wichtig, Darstellungen zueinander in Beziehung zu setzen. Hier sehen sie den Computer als wichtiges Werkzeug.)
Im Anschluss zeigen die Autoren in den Kapiteln "Algebra" und "Geometrie" an zahlreichen Beispielen aus der Schulmathematik auf, wie sie sich ein Beschreiten dieser neuen Wege vorstellen. Zahlreiche Abbildungen ermöglichen dem Leser einen raschen Überblick.
Vielfältige Zugänge (u.a. Tabellenkalkulation, Derive, DGS-Software) und Gegenüberstellungen (Herkömmliche Pfade - Neue Wege) anhand von Beispielen, die auch an der Realschule relevant sind, geben einen guten Überblick über den "status quo" der aktuellen Diskussion.
Das Verdienst der Autoren liegt meiner Ansicht nach darin, dass sie wirklich die neuen Wege zu alten Zielen aufzeigen, aber auch einer kritischen Betrachtung unterziehen. Die Stärke des Buches liegt ferner darin, dass die aufgezeigten Wege nicht Theorie bleiben, sondern durch die zahlreichen unterrichtsrelevanten Beispiele als gangbare Wege aufgezeigt werden.
Junge Lehrer, die den Computer im MU einsetzen wollen, finden mit diesem Buch - meiner Meinung nach - einen guten wissenschaftlichen Begleiter.