An sich gibßt's bis zur Heimcomputerära nicht viel auszusetzen an dem Buch: Gute Fotos, alte Werbeflyer, nostalgische Geschichten von Usern, ein für überwiegend Fotos enthaltendes Buch praktisches Querformat. Für mich waren neben Altbekanntem auch einige Details zu alten Rechnern und Architekturen enthalten, die das Buch auszeichnen.
Dann kommt aber die völlige verzerrte Heimcomputerzeit der 80er und frühen 90er.
Dass Sir Clive Sinclair ein Querdenker war, rechtfertigt bestimmt den ein oder anderen Blick auf seine Z80-Rechner und den QL. Dass der Autor bei anderen Marken offensichtlich Bilder und Bildbeschreibungen verwechselt, ist ärgerlich (800XL, Atari 400, Atari 800). Den Erscheinungsdaten traue ich ehrlich gesagt auch nicht so recht über den Weg (oder: Auslassungen verzerren hier das Bild weiter und lassen den Eindruck entstehen, dass der C64 weit vor dem Atari 400 erschienen sei). Vielleicht sind das die deutsch/europäischen Jahre, die der Autor hier mit US-Daten mischt?
Eine Marke scheint dem Autor besonders ans Herz gewachsen zu sein, und wird daher über die Massen mit Anekdoten, Details zu Produkten und Raum im Buch bedacht: Apple mit seinen Apple II und Mac-Varianten. Wo hingegen bleiben die Amigas und ST, TT, Falcon? Hier gäbe es ja auch einiges an Skurrilitäten zu berichten! (Aber da passt es ja zum alten Klischee, eine Doppelseite für den Atari-Joystick CX40 zu widmen, und über DTP und Forschungsarbeit mit dieser Marke kein Wort zu verlieren).
Mal sehen, was die Zukunft an Büchern über die Vergangenheit noch so bringt - obwohl sich das recherchierbare Wissen mit der Zeit verliert (wie man sieht!).