Kaum zu glauben, aber Bob Geldof kann wieder musizieren. Und das auch noch in alter Frische! Nachdem er vor ziemlich genau 10 Jahren mit "Sex, Age & Death" seinen "musikalischen Offenbarungseid" (so zurecht die Musikkritik) geleistet hat, gelingt ihm mit "How to Compose..." ein überaus hörenswertes Album. "Silly Pretty Thing" hat echtes Hitpotential und eine flotte, eingängige Melodie, wie sie Geldof seit seinem "Great Song of Indifference" nicht mehr gelungen ist. Aber auch die ruhigen Stücke, wie das wunderbare "Blow", genügen höchsten Ansprüchen und sind weit entfernt vom depressiven Gedudel des Vorgängeralbums. Bei "Blowfish" und "Systematic 6-Pack" lässt es Bob richtig krachen, die Gitarrenriffs könnten hier auch auf einer AC/DC-Platte zu finden sein. Der Höhepunkt des Albums ist allerdings "Dazzled By You", das die folkige Seite Bob Geldofs nochmals aufblitzen lässt und Erinnerungen an sein vielleicht bestes Solowerk "Vegetarians of Love" von 1990 oder an seine Live-Auftritte in den 90er Jahren weckt.
Insgesamt ist "How to Compose..." sicherlich eine der größten positiven Überraschungen in diesem Jahr und es ist zu wünschen, dass Bob Geldof uns nicht wieder 10 Jahre auf sein nächstes Werk warten lässt...