Das seit einigen Jahren zum festen Bestandteil der Bibliothek vieler Ripperologen gehörende Nachschlagewerk enthält in alphabetischer Reihenfolge umfassende Informationen über nahezu alle Personen, Orte, Begebenheiten und Literatur, die mit dem Ripper-Fall zu tun hatten und haben. Für Neulinge auf dem Gebiet, die sich einen Überblick über die berühmten Serienmorde im Londoner East End des ausgehenden 19. Jahrhunderts verschaffen wollen, ist es daher weniger gut geeignet, eifrige True Crime-Enthusiasten werden es jedoch unverzichtbar finden. Die vorliegende Neuauflage enthält neben vielen aktualisierten und neu hinzugefügten Einträgen auch zusätzliches Bildmaterial, wenngleich dessen Qualität etwas schwankt, was in manchen Fällen allerdings dem Alter und schlechtem Zustand der Originale geschuldet ist.
Leider wurde beim Lektorat der neuen Ausgabe sehr schlampig gearbeitet. Das Buch ist gespickt mit orthographischen und inhaltlichen Fehlern, die zwar in der Regel den Gesamtsinn nicht allzu stark verfälschen, meine Freude über die lange schon herbeigesehnte neue Auflage aber etwas trüben. Es steht einem Werk dieses Kalibers nicht gut zu Gesicht, wenn man keine fünf Seiten lesen kann, ohne über teils recht peinliche Fehler zu stolpern.
Trotz dieser Einschränkung ist das Buch für Kenner, aktive Forscher und begeisterte Hobbykriminologen empfehlenswert, da es auf Spekulationen und Theorien weitgehend verzichtet und getreu seines Formats als lexikalisches Nachschlagewerk hart an den Fakten bleibt. Wer zumindest über ein wenig Grundkenntnisse der Ripper-Morde verfügt und tiefer in die Ripperologie einsteigen möchte, liegt hier richtig. Aufgrund der bereits genannten Probleme mit dem Lektorat dieser Auflage ist es allerdings angebracht, beim Lesen und besonders Verwerten der dargebotenen Informationsfülle stets die Augen offenzuhalten und umsichtig vorzugehen.