Auch in seinem dritten Roman beschäftigt sich der Australier Max Barry mit einem in dieser modernen Form von ihm zum Teil selbst geschaffenen Genre, welches sich am ehesten mit "corporate satire" bezeichnen lässt und für das es wohl (noch) keine griffige deutsche Bezeichnung gibt. Während sein erster Roman "Syrup" sich mit den Tücken des Marketings auseinandersetze und mit einer sehr überschaubaren Anzahl an Protagonisten und nur einem Großkonzern (Coca-Cola) sich zum Teil wie ein buchgewordener Stand-Up-Comedy Act las, bezog der tiefgründigere und sehr viel bekanntere zweite Roman "Jennifer Government" eine fast unüberschaubare Menge an Akteuren, Handlungssträngen und Konzernen mit ein. In Company spielt sich wieder alles in nur einer solchen ab, der fiktiven "Zephyr Holdings". Das Buch beginnt weitaus weniger rasant als "Syrup" oder "JG" und es kostet anfangs fast ein wenig Mühe durchzuhalten. Diese Mühe ist aber nicht vergebens, denn spätestens nach einem knappen Drittel, wenn die große Menge an vermeintlichen Belanglosigkeiten, die sich bis dahin angesammelt hat, plötzlich nach und nach beginnt, einen tieferen Sinn zu ergeben, lässt einen das Buch nicht mehr los. Der große Clou des Buches offenbart sich auf den Seiten 80-100 und darf zukünftigen Lesern unter keinen Umständen im voraus preisgegeben werden. Dadurch würde sich das Lesevergnügen erheblich schmälern.
So lassen sich die durchaus massiv gesellschafts- und wirtschaftskritischen Thesen des Autors in einer Rezension auch kaum diskutieren. Immerhin haben die Bücher Barrys mittlerweile einen solchen Tiefgang, wenngleich dadurch die Dichte ultrakomischer "One-liner" auch etwas zurückgegangen ist. Wie auch immer, "Company" ist ein sehr empfehlenswerter Roman, von einem Geheimtipp kann man bei Max Barry ja mittlerweile kaum noch sprechen.