Ein schlichter einfacher Satz, der aus dem Mund des Sales-Managers Bobby Walker(Ben Affleck) kommt; aber einer der gewaltigen Zündstoff in sich birgt. Denn: Bobbys Leben, und das seiner Familie, wird sich grundlegend zum Schlechteren wandeln. Das Bobby in dieser prekären Situation nicht allein ist, tröstet ihn zunächst nur schwach...
Nach dem großen Bankencrash 2008 gerät die amerikanische Wirtschaft ins Taumeln. 2010 erwischt es den Schiffbauer GTX. Firmenchef Jim Salinger(Craig T.Nelso) macht, was alle großen Bosse machen, um ihre Pfründe zu sichern: Er entlässt ein paar Tausend Mitarbeiter. Bei der ersten Welle erwischt es Bobby Walker. Dessen Abteilungschef Gene McClary(Tommy Lee Jones), ein uralter Freund vom Boss Salinger, schluckt diese Kröte, ist aber mit Salingers Politik nicht einverstanden. Kurze Zeit später schlägt Salinger das zweite Mal zu. Um den Aktienkurs zu erhöhen, entlässt er noch einmal Mitarbeiter. Dieses Mal ist das Urgestein Phil Woodward(Chris Cooper) dabei. Das kann Gene McClary nicht hinnehmen. Aber auch er landet urplötzlich auf der Straße. Da hilft es ihm auch nicht, dass er mit der Personalchefin Sally Wilcox(Maria Bello) schläft.
Während in den Chefetagen die Büros frei werden und Salinger munter sein Konto weiter füllt, kämpft Bobby Walker um seine Existenz. Seine Frau Maggie(Rosemarie de Witt) unterstützt ihn wo sie kann, aber sie rückt ihm auch den Kopf zurecht. So muss Bobby unliebsame Veränderungen hinnehmen, die ihn zunächst den Porsche und dann das Golfspielen kosten. Das er zum Schluss auch noch bei Maggies Bruder Jack Dolan(Kevin Costner) als Arbeiter beim Trockenbau landet, hätte er allerdings nicht gedacht. Doch Typen wie Bobby Walker geben so schnell nicht auf. Und ein Gene McClary schon gar nicht...
-The Company Men- ist wirklich gutes Hollywoodkino. John Wells rückt dabei die Chefetagen der großen Firmen in den Focus seiner Geschichte. Sein Film zeigt vor allem, wie unglaublich wohlhabend bestimmte Kreise sind und wie tief sie fallen können. Wobei: Hier sehe ich das einzige Manko in Wells Geschichte; die Protagonisten fallen auf hohem Niveau. Die Wirklichkeit produziert mit Sicherheit noch wesentlich bittere Schicksalsschläge, als -The Company Men- uns das zeigt. Das war es dann aber auch schon, was ich zu "meckern" hätte.
Ansonsten ist das unglaubliche Staraufgebot zu nennen. Costner, Affleck, Bello, Cooper und Nelson spielen grandios, überzeugend und mitreißend. Noch eine Stufe höher möchte ich jedoch Tommy Lee Jones setzen. Wie er den smarten, coolen, und doch so nachdenklich cleveren Gene McClary gibt, zeugt von allerhöchster Schauspielkunst. Genau in diesem Bereich punktet -The Company Men- unglaublich stark. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, die Geschichte manchmal sehr nüchtern und sachlich daherkommt, sind es die Charaktere, die uns in ihr Leben mitnehmen und uns nicht mehr loslassen.
Es ist wieder einmal so ein Film, der sich kritisch mit dem amerikanischen Traum befasst. Er zerstört ihn keineswegs, fügt ihm aber ein paar sichtbare Kratzer zu. Am Beispiel der Familie Walker zeigt John Wells exemplarisch auf, wie das Schicksal jedes einzelnen Arbeitnehmers von Kursen, Aktien, raffgierigen Chefs und Analysten abhängt. Das "läuft" übrigens nicht nur in den USA so. Schauen sie sich einfach mal die Nachrichten an und stoppen sie die Zeit, die auf Wirtschaft, Börsen und Eurokrise verwandt wird. Rechnen sie den "kümmerlichen Rest" der Nachrichtenzeit mal dagegen. Dann werden sie ganz schnell feststellen, was wichtig ist und worum es im Leben(jedenfalls dem Teil des Lebens, den uns die Nachrichten präsentieren) wirklich geht. Egal, ob sie das gut finden oder nicht. Egal ob sie da mitmischen oder nicht. Insofern ist -The Company Men- vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß in unsere Richtung...