Filme über den 1. Weltkrieg haben in den letzten Jahren Hochkonjunktur. Neben wirklichen Meisterwerken ("Mathilde, eine große Liebe" oder "Les Fragments de Antoinine", beides franz. Filme, die sich mit dem Thema auf höchsten Niveau befassen) gibt es reichlich Mittelmaß ("Lost Bataillon", "Merry Christmas") oder Beinahemüll ("Der Schützengraben"), der um die Gunst des Zuschauers bemüht.
"Company K" reiht sich leider in die letztere Riege ein. Schade.
Warum so ein hartes Urteil?
Die Idee ist gut, keine Frage. Ein Veteran, Marine, der an der Westfront 1918 kämpfte, verarbeitet seine Erinnerungen, indem er einen Bericht über seine Kompanie schreibt. Eben die besagte K-Kompanie.
So gut die Idee, so dürftig die Umsetzung.
Zu allererst die Qualität. Der Film ist in der Synchronisation sehr schlecht. Nicht nur die Sätze sind teilweise schelcht übersetzt, der Syncro-Regisseur hat gekonnt eine Übereinstimmung der Lippenbewegungen mit dem Text vermieden. Teilweise nicht schlimm, oftmals mehr als störend. Dazu wechselt die Tonspur von der billigen Synchro in den leider ebenso billigen Originalton. Mal blechern, mal ohne Nebengeräusche, mal so, als wenn ein Sprecher den Text in einen Kinderkassettenrekorder diktiert. Grottig.
Die Bildqualität ist ebenso mies, da kann man mit einer Videokamera bessere Ergebnisse erzielen.
Eines ist sofort klar: Der Film ist ein C-Movie und sicher nicht für das große Kino gemacht worden. Die Schnitte sind unbeholfen, aufgrund der stückweisen Erzählform der einzelnen Protagonisten kann man einfach keine wirkliche Bindung aufbauen. Dazu ist die Geschichte langweilig erzählt.
Was den Film mit 2 Sternen davonkommen lässt ist die Ausstattung der US Marines, die ganz gut gelungen ist. Die grünere Wollfarbe, die M1910 Ausrüstung, Gasmasken, Springfield M1903-Gewwehre, okay, damit kann man leben. Unterirdisch schlecht sind die Uniformen der Deutschen, geht halt nicht.
Die Bauten sind...dürftig, die Umgebung eher Pennsylvania-ähnlch als der Osten Frankreichs. Grabenkriegs-Atmosphäre kommt da nicht auf. Ich stufe den Film eher als Reenactment-Niveau ein, denn als ernsten Kinofilm (und damit auf einer Ebene mit "The Fallen").
Der Film wurde 2004 in den USA als Low-Budget-Film gedreht, das merkt man leider in jeder Sekunde.
Vom Ablauf und Qualität ein Stern, für die nette US-Ausstattung ein zweiter. Aber mehr geht nicht.
Ich hoffe, das in Zukunft weniger, dafür aber bessere Filme zum Thema gedreht werden. So kann man den Film nur absoluten Freaks empfehlen. Wer etwas Niveau für sich in Anspruch nimmt wird sehr unglücklich sein.
Ach ja, Extras sind bei dem Film als geschinittene Szenen dabei und Trailer. Also auch nichts, was den Film besser macht.