Nachdem ich bisher alle Spiele der C&C-Reihe gespielt habe, muss ich leider enttäuscht feststellen das dieser Titel wohl zu den schlechtesten beiden gehört.
(Einleitung)
Dies fängt schon bei der Grundstory des Spiels an, welche quasi das Alarmstufe Rot Universum komplett in sich unlogisch auflöst, und noch unlogischer wieder erschafft. Hier wird nämlich mithilfe einer Zeitmaschine Albert Einstein im Jahre 1929 "getötet" was den nahenden Untergang der Sowjetunion verhindern soll. Anscheinend kannten die Entwickler aber die Geschichte ihres eigenen Produkts nicht, denn angefangen hat alles in Alarmstufe Rot 1, in der Albert Einstein im Jahre 1946 in die Zeit zurück gereist ist, um Adolf Hitler zu töten. Dies verhinderte den zweiten Weltkrieg und führte dazu das die Sowjetunion Europa überfiel, und alles nahm seinen Anfang. Wenn nun aber Einstein schon 1929 von den Sowjets umgebracht wurde,konnte er die Geschichte nie verändern, der zweite Weltkrieg hätte wie ursprünglich stattgefunden, und das ganze Alarmstufe Rot Universum hätte es nie gegeben. Soviel dazu... Nun zum Spiel selbst:
(Grafik)
Die Grafik ist in Ordnung, die bunte Gestaltung lässt alles wie ich finde sogar realistischer wirken, da die Welt da draußen nunmal bunt ist, und nicht in grün-grau gehalten ist, wie bei der Tiberium-Reihe, bei welcher der düstere Farbton die Endzeitstimmung verdeutlichen soll. Allerdings ist die Engine anscheinend nicht besonders Ressourcensparend programmiert. Auf meinem PC läuft das Spiel mehr als flüssig (C2D E6600, Nvidia 8800GTS 640mb, 4GB Ram) während das Spiel auf meinem Notebook nur mit absolut minimalen Einstellungen spielbar wird. (C2D T7500, Nvidia 8600 GT 256mb, 4GB Ram). Das wäre ja nicht weiter verwunderlich, jedoch lief "Tiberium Wars", dessen Engine wohl benutzt wurde, und das in Sachen Grafik RA3 in nichts nachsteht, absolut flüssig. Darüber hinaus treten auf dem Notebook Grafikfehler auf (flimmernde Kästchen).
(Zwischensequenzen)
Die Zwischensequenzen sind wie man es von C&C mittlerweile gewohnt ist, in guter bildlicher Qualität, allerdings sind die jungen Damen, welche knapp bekleidet das Briefing abhalten etwas nervig. Man kann es mit dem Sexy-Militär-babe auch übertreiben. Nahezu jeder Charakter der nicht General oder Präsident ist, ist eine knapp bekleidete Supersoldatin im Top-Modell Format. Dies soll vielleicht eine imaginäre Zeilgruppe von 14 Jährigen pupertären Jungs beeindrucken und bei der Stange halten (blöd nur wenn das Spiel FSK 16 ist), jedoch finde ich gehören Unterwäsche-Modells immernoch in den Katalog, und wenn man ein Kriegsspiel spielen will, ist man wohl eher auf der Suche nach etwas mehr Seriösität.
(story)
Die Story an sich ist eher oberflächlich und durchaus vorhersehbar, selbst diverse "dramatische Wendungen" sind schon lange vorher abzusehen.
(Gameplay)
Das Gameplay ist recht einfach gehalten. Man kommt recht schnell mit der Steuerung der Einheiten klar, sie haben maximal eine besondere Fähigkeit welche man auch schnell zu nutzen weiß. Alles wurde auf Spielerische Geschwindigkeit optimiert, mit wenigen Klicks baut man sich eine Basis auf, und mit ein paar Klicks mehr hat man auch schon seine Armee aufgestellt. Die Erzfälder aus den alten Teilen gibt es nicht mehr, es gibt nur noch "Erzminen" - Gebäude zu denen der Sammler kurz hinfährt, sich voll läd, und dann wieder zur Raffinerie, welche immer an der gleichen Stelle, etwa 3 Felder von der Mine entfernt gebaut wird. Meistens gibt es pro Basis-Platz nur 2 dieser Minen, welche über begrenzte, nicht nachwachsende Rohstoffe verfügen. Dadurch ist man quasi gezwungen möglichst schnell eine große Armee aufzustellen und den Feind zu besiegen, da einem sonst schlicht das Geld ausgeht.
Durch diese ganzen Neuerungen ist das Spiel extrem einfach und schnell geworden, und es endet eigentlich jedesmal im obligatorischem Tank Rush, und das in Rekordzeit.
(Missionen und Feeling)
Die Missionen sind extrem schnell durchgespielt, und ein Feeling kommt dadurch einfach nicht auf. Man hastet einfach nur von Mission zu Mission, hat eigentlich keinen Überblick mehr was man eigentlich tut, arbeitet nur fast automatisch die Missionsziele, und Bonusziele ab, was sich eigentlich von selbst erledigt, weil die Komplette Vernichtung des Feindes in den meisten Fällen sämtliche Ziele abdeckt.
(Co-Commander)
Dann gibt es da noch den Co-Commander. Wenn man die Kampagne im Single-Player Modus spielt, bekommt man jedesmal einen Co-Commander zugeteilt. Dies ist ein KI-gesteuerter Spieler, mit eigener Basis. Dieser soll einen unterstützen, tut er auch auf seine ziemlich dumme art - Er greift einfach immer und immer wieder den Gegner frontal an, zieht sich zurück, und so weiter. Man kann ihn anweisen bestimmte Ziele oder Gebäude zu Zerstören, dabei stellt er sich aber nicht weniger dumm an. Darüber hinnaus "klaut" er einem auch noch die wenigen "Tech-Gebäude" wie Krankenhäuser oder Ölquellen, wenn man nicht schnell genug ist. (Wieder einmal entscheidend: Geschwindigkeit)
(Bonusziele & Belohnungen)
Das Erreichen der Bonusziele hat übrigens keinerlei großen Effekt, außer man soll einige Einheiten befreien, welche man dann übernimmt. Die "Geheimdienstberichte" aus "Tiberium Wars", welche einem Hintergrundinformationen und Lesestoff gegeben haben, gibt es nicht mehr als Belohnung.
(Ausstattung)
Die Standard-DVD Box beinhaltet ein kleines Poster mit den bereits erwähnten Darstellerinnen in ihrer Unterwä... Pardon, in ihren Uniformen, ein Handbuch, den Key für einen Helm in Warhammer Online, und die DVD. Das Handbuch ist extrem dünn und bis auf das Cover komplett in Schwarz-Weiß. Spezielle Informationen, z.B. über die Anwendung der Geheimprotokolle, oder überhaupt eine Auflistung dieser, sucht man vergebens. Im Grunde beschränkt sich das Handbuch auf die Installation, grundlegende Steuerung, und eine Auflistung der Einheiten und Gebäude. Mehr nicht. Das Ganze wirkt eher wie eine Budget-Edition.
(Bugs)
Trotz mittlerweile 3 Patches, welche im übrigen schlecht dokumentiert sind, und deren INhalt sich wohl fast ausschließlich auf den Multiplayer Part bezieht, ist das Spiel noch einigermaßen verbuggt. Ich hatte einen Absturz, die bereits erwähnten Grafikfehler, und darüber hinaus ist auch die "Intelligenz" der Einheiten absolut mieserabel. Befielt man einer EInheit das sie vom Land ins Wasser wechseln soll, kann es passieren das die Einheit die nächstgelegene Küste aufsucht, egal ob passierbarer Strand oder unpassierbarer Fels, und dann dort am Fels hängen bleibt. Man muss ihr dann manuell den Weg weisen... . Oder der Mammuth-Panzer der Sowjets versucht gar nicht erst den Ausgang durch die Mauer zu benutzen - er walzt einfach die gerade teuer gebaute Mauer nieder. Infantrie die nach einem Mauerbau in der Mauer "klebt" ist da noch ein weniger schwerwiegender Fehler.
(Fazit)
Alles in allem wirkt das Spiel so als hätte man gute Ansätze gehabt, aber es dann nie vollendet. Das Spiel wirkt hastig auf den Markt geworfen und unreif. Man vermisst einfach zu viel, es ist ohne Tiefgang und ein C&C Feeling kommt einfach nicht auf. Dazu noch die magere Ausstattung, und die Bugs. Wenn man auf der Suche nach einem "Strategiespiel" mit Tiefgang, und strategischen elementen, Überlegung und Kniffligkeit ist, dann ist man bei Alarmstufe Rot 3 an der falschen Adresse. Wenn man allerdings ein Spiel sucht bei dem man alles hektisch und schnell über die Bühne bekommt, und einen rush nach dem anderen durchführen will, dann sollte man hier zugreifen. Leider mag ich es lieber überlegt und langsamer, und daher ist dieser Titel für mich sehr enttäuschend, und die EIntönigkeit der Missionen hat mich in der Mitte der Alliierten Kampagne (also die zweite Kampagne von dreien) letzendlich die Motivation gekostet, und das Spiel wandert ins Regal zu dessen >teilweise< besseren Vorgängern.