"Coming on Strong" kam mir das erste Mal vor 5 Monaten (immerhin, schon 3 Jahre nach Erscheinen!) zu Ohren, als ich in der Haifischbar in Berlin saß und, obwohl keine Großstädterin mehr, mich plötzlich so daheim fühlte. Die leicht verschrobene, aber vollkommen unaggressive Art, mit der die Hot Chip Herren hier Geräusche, Klänge und Gesänge verweben, wärmt einem das Herz. "Coming on Strong" ist, im Gegensatz zu "The Warning", dem 2006er Werk von Hot Chip (welches deutlich aggressiver und nervenaufreibender sein kann, mal von "And I was a Boy at School" abgesehen, was vielleicht auch jemand anders außer mir bei H&M neulich als Hintergrundmusik gehört hat), unglaublich relaxed und freundlich. Hin und wieder möchte man mit einstimmen, so unprätentiös singen die Jungs. Und lustige Texte sind es auch, aber nicht dominant, sondern eingewoben in die Hammond- oder Farfisa-Orgelklänge, die Elektrobeats, Synthie-Akkorde und handbetriebenen Holz- und Zupfinstrumente. Ein normaler E-Bass scheint auch dabei zu sein. Meine Schwester jedenfalls, mit der ich damals in jener Bar war, hörte dann ca. ein halbes Jahr nichts anderes mehr, und es lag sicher nicht (nur) an dem Kneipenbesuch. Bei mir hat die Scheibe nur dazu geführt, dass ich mal wieder nebenbei Musik höre und mich, statt überrollt oder überfordert, geradezu wohl fühle. Im Vergleich zu "The Warning" und der jüngsten "DJ Kicks"-Ausgabe von Hot Chip die relaxteste. Chill! Ganz klare Kaufempfehlung!