Aus der Amazon.de-Redaktion
Gehören auch Sie zu denjenigen unter uns, die der Meinung sind: Das Leben ist so schon hart genug, da sollten doch wenigstens unsere Comics nett sein, uns Freude bereiten und Ablenkung verschaffen? Dann ist Scott McCloud definitiv nicht ihr Mann und dieses Buch auch nicht ihr Freund. Denn die beiden entscheidenden Schlagworte, mit welchen
Comics neu erfinden am besten beschrieben werden kann, lauten "Kreuzzug" und "Reflexion". Für McCloud sind Comics eine Kunstform. Und Kunst ist ein Spiegel ihrer Zeit. Deshalb sind Comics der Spiegel unserer Zeit. Und weil unsere Zeit ganz stark vom Internet geprägt ist, spielt dieses Medium für die Zukunft der Comics auch eine ganz wichtige Rolle.
Die Thesen des Autors sind ebenso klar wie sein Zeichenstil. Zudem wird deutlich, dass sich der Mann seinen Posten als Dozent für digitale Medien am Media Lab des M.I.T. schwer verdient hat. Aber auch wenn man den Thesen, die McCloud zur Zukunft des Mediums oder der Kunstform Comics aufstellt, nicht zustimmt, ist es dennoch ein Vergnügen, sein Buch zu lesen. Es ist faszinierend, wie es dem Autor/Zeichner gelingt, mit den Mitteln der Comics eben dieses Medium bzw. diese Kunstform darzustellen und zu analysieren. Zudem sollte man bedenken, dass die Situation in den USA natürlich eine ganz andere als in Deutschland oder Frankreich ist. Da McCloud seine eigenen Thesen klar formuliert, gibt er wiederum dem Leser die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Und die Tatsache, dass Sie gerade eine elektronisch erstellte Rezension zu diesem Buch auf der Website eines Online-Handelshauses gelesen haben, zeigt, dass die Zukunft der Comics möglicherweise doch in den unerforschten Weiten des Cyberspace liegen könnte. --Boygar Alpaslan
Kurzbeschreibung
»Comics neu erfinden« beinhaltet eine noch detailliertere Ausarbeitung der formalen Aspekte, die bereits in »Comics richtig lesen« angesprochen werden, außerdem eine Abhandlung über die jüngste, ereignisreiche Geschichte der Comics und einen Ausblick auf das mögliche Potenzial, das die neuen Technologien für die Comics bergen.
Über den Autor
Scott McCloud: Der 1960 geborene Amerikaner Scott McCloud fing erst mit 15 Jahren an, sich für Comics zu interessieren - vorher hielt er sich für zu alt, um Interesse an Bildergeschichten zu entwickeln. 1982 zog er nach New York und begann, im Production Department von DC Comics zu arbeiten. In seiner Freizeit widmete er sich seiner ersten eigenen Serie "Zot!". Im März 1984 war es dann soweit: "Zot!" erschien fortan als monatliches Heft und wurde im darauf folgenden Jahr als beste neue Serie auf der Comic-Convention in San Diego ausgezeichnet, dem größten und wichtigsten Festival in den USA. Für seine Arbeit an "Zot!" erhielt McCloud außerdem den Russ Manning Award als vielversprechendster Newcomer. Parallel zu "Zot!" entstand die Superheldenparodie "Destroy!", die vor allem von anderen Zeichnern und Autoren begeistert aufgenommen wurde und ihm den Ruf einbrachte, den Comic der 90er-Jahre erfunden zu haben. 1992 erhielt McCloud den begehrten Inkpot Award. Scott McCloud lebt heute mit Frau Ivy, Tochter Sky und seinen Hunden Zoe und Muddie im US-Bundesstaat New England und doziert an diversen amerikanischen Universitäten.