Der Amazon->>Blick ins Buch<< zeigt schon, womit man es hier zu tun hat: Ein aufwändig gestaltetes Werk, das vom geschichtlichen Überblick über die Utensilien bis zum Vermarkten eines eigenen Comics alles bietet, was man als Anfänger allgemein wissen möchte. Natürlich kann manches nur angerissen werden, aber die schöne Aufmachung und der lockere Stil, in dem das Buch geschrieben ist, machen viel Spaß, so dass man sofort loszeichnen will.
Im Kapitel >>Übliche Ausstattung<< z.B. wird erklärt, welche Zeichengeräte sich wozu eignen, wie man gewünschte Effekte erzielen kann. Wertvolle Tipps, Hinweise, was die Profis verwenden und die Vorstellung der einzelnen Zeichengeräte (Bleistift, Federn, Fasermaler, Pinsel, Tusche) sowie die Papiersorten und die Vor- und Nachteile, die sie mit sich bringen, werden in kurzen Artikeln aufgeführt. Ebenso wird die Arbeit mit dem Computer kurz vorgestellt, Vektor- und Bitmap-Programme werden kurz erklärt, ein Beispiel-Comic ist schrittweise in Bearbeitung gezeigt (von der schwarz-weißen Strichgrafik zum fertig colorierten Bild).
Im nächsten Kapitel werden Zeitungsstrips, Comic-Heft-Formate (Sammelheft, Comic-Heft, Graphik-Novel) definiert, Covergestaltung (Kriterien für ein gutes Cover) behandelt, gefolgt von kurzen Abhandlungen zum Zeichnen von Figuren. Das Buch reißt dies nur kurz an, wer Figuren zeichnen lernen will, sollte sich ein spezielleres Buch besorgen. Interessant sind auch die zwei Seiten über die Beleuchtung einer Figur. Der Lichteinfall und seine Wirkung auf den Betrachter wird stichpunktartig aufgeführt.
Weiter geht es mit Hinweisen, wie man ein gutes Skript zu einem Comic erstellt. Ein Beispielskript ist aufgeführt, so dass man, wenn man ein Skript für einen Zeichner schreibt, es auch die richtige Form bringen kann.
Sehr schön aufgemacht ist auch das Kapitel zur Komposition einer Comic-Seite. Die Beispiele geben Anregungen, die Panels (Einzelbilder) mal auf ungewöhnliche Weise anzuordnen und so eine Comic-Seite ganz individuell zur Story passend zu gestalten.
Einige verschiedene Figurentypen (sexy Widersacherin, ulkiger Langweiler, mutiertes Monster usw.) mit möglichen Eigenschaften werden mit ein paar Worten und einer Zeichnung im folgenden Kapitel vorgestellt, gefolgt von Ausführungen zu Gesichtsausdruck und Körpersprache, Zeichnen von Requisiten und Hintergründen bzw. dem Umfeld.
Wichtig ist auch das nächste Kapitel zum Thema, wie man seine Bleistiftzeichnungen mit Tusche schwärzt. Techniken werden vorgestellt, Probleme und deren Lösung erläutert.
Lettering (Linierung, Sprechblasen, Lautmalerei etc.) und Colorierung (Acrylfarbe, Aquarellfarbe, farbige Tusche, digitales Colorieren) sind die vorletzten beiden Kapitel, bevor es um die Vermarktung geht.
Ein wirklich schönes Buch zum Thema, das man sich immer wieder ansehen kann.