Im vorliegenden Dokudrama wird der Versuch eines Comebacks des Boxers Jürgen Hartenstein mitverfolgt. Weit weg vom Glamour der Millionendeals fokussiert sich der dokumentarische Blick auf die alltägliche Welt des Boxsports und seiner kleinen Akteure und Anti-Helden. Inhaltlich ist die Geschichte schnell erzählt, soll doch das Comeback mit einem Fight in den USA beginnen, der trotz akribischer Vorbereitung verloren wird.
Teilweise kommt die Darstellung wie eine Feldstudie rüber und so erzählt der Film auch die Geschichte eines ganz normalen Mannes, der nebenbei als Türsteher arbeitet und für seine Großmutter abwäscht und eingebettet ist ins scheinbar kleinbürgerliche Milieu irgendwo in Deutschland. Keine Skandale oder Aufgeregtheiten, aber auch keine großen Träume verbinden sich mit der anvisierten zweiten Karriere. Die Menschen sprechen für sich selbst und ein über alles wachender Erzähler fehlt, was den unvermittelten Eindruck steigert. Interessiert hätte mich noch, wie die Familie auf den verlorenen Kampf reagiert hat, aber das spart der Film bewusst und sicherlich aus dramaturgischen Gründen aus.
Kaufen muss man den Film nicht, aber das Anschauen lohnt sich meines Erachtens auch für Nichtfans des Boxsports aufgrund des soziologischen Werts.