Nachdem Prince in den 80ern einfach nur geniale, richtungsweisende Musik herausgebracht hat, waren die 90er eine Achterbahnfahrt des Meisters.
Mit "Come" kam 1994 sein 15.Studioalbum heraus und dies wir oft missverständlich als seine letzte Vertragserfüllung mit Warner deklariert. Dem ist nicht so, denn erst 1996 mit "Chaos and Disorder" endete der Vertrag.
Ursprünglich plante Prince das "Come" Album am gleichen Tag wie das "The Gold Experience" Album zu veröffentlichen um den "alten" Prince Sound ( Come) mit dem neuen (Gold Experience) gegeneinander antreten zu lassen, die Plattenfirma willigte nicht ein , da befürchtet wurde es gäbe zu viel Prince Material auf einmal.
Zum Album : Mit "Come" hat Prince ein sehr atmosphärisches dichtes Album erschaffen, das zum Teil düster und mysteriös wirkt - der Titeltrack ist ein großes Stück mit wunderbaren Saxophon Einsatz, überhaupt durchzieht das Album ein geniales Hornarrangement - das mal jazzig oder funky daherkommt.
"Pheremone", "Race" und"Loose" sind experimentell gehen in Richtung Hip Hop und gar Trance, natürlich Geschmackssache. "Papa" und auch "Solo" sind einfach super performt und geben doch viel Einblick in Princes Seele, so glaubt man jedenfalls. Mein Favorit ist "Dark" ,weil es a) ein wahnsinns Hornarrangement plus Chorus besitzt und b) den Schmerz des Verlustes einer Liebe perfekt zum Tragen bringt. "Letitgo" war ja damals , dass bekannteste Stück, weil als Single erschien und geht als gute R"n"B nummer der 90er durchaus klar - das Abschlusslied??? ist eher eine demo Version des 1983 aufgenommenen Stücks "Vibrator" was aus einem weiblichen Höhepunkt besteht und somit das Album beendet.
Mit Sicherheit besser als sein Ruf, weil damals in einer schweren kommerziellen Phase von Prince entstanden, bringt aber Spaß und wer den Prince Funk mit seinen Trompeten, Saxophon Sound mag sollte definitiv reinhören.