Tja, da ist also das neue Album von Kim Wilde, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Karriere der 80er-Pop-Rock-Ikone, die im Herbst diesen Jahres ihren 50. Geburtstag feiern wird, verlief ja nicht immer geradlinig.Von 1980 bis ca 1988 versorgte sie die Fans mit stimmungsvollem und schmissigem Power-Pop, bevor sie sich belanglosem und unheimlich unspannendem Dancepop und Einschlafballaden zuwandte und ihre Popularität zusehends den Bach runterging.Viel zu spät hat sie damals gemerkt, dass sie einfach nur zu ihren Wurzeln hätte zurückkehren müssen, um wieder Erfolg zu haben.Aber erst einmal war sie in der Versenkung verschwunden, hatte auch mit Problemen im Bereich des Selbstwertgefühls und starkem Übergewicht zu kämpfen.
Irgendwann schien sie sich dann doch besonnen zu haben und legte 2006 das fantastische Comebackalbum "Never Say Never" vor, das musikalisch an ihre ersten Werke erinnerte und teilweise sogar noch eine Schippe draufpackte.Das neue Album geht natürlich, da der Erfolg ja auch wieder da war, in die selbe Richtung.Die erste Single "Lights Down Low", ein schwungvolles und schmissiges Stück Pop, bot da ja schon einen Vorgeschmack, und ist auch eines der besten Stücke des Albums. Es gibt aber weitere Songs vergleichbarer Qualität: Das einem verstorbenen Freund gewidmete "King Of The World" zum Beispiel, oder "My Wish Is Your Command" vermitteln ähnliche Power. Überhaupt ist das Album nichts für Leute, die ihre Schmuseballaden verehrten. Insgesamt ist es eher ein kraftvolles Album Pop-Rock mit nur wenigen sehr ruhigen Passagen.Nur das Stück "Jessica", eine pianounterstützte Ballade mit nur 1:21 Minuten Laufzeit,und das Duett "Love Conquers All" fallen hier aus der Rolle.Geschrieben wurde das Ganze nicht mehr von Uwe Fahrenkrog-Petersen, wie das letzte Album, sondern von Kim selbst und Bruder Ricky, die immerhin an der Komposition von zehn der 13 Stücke mitwirkten.Als Gastmusiker holte sich dann Kim noch Glenn Gregory (Heaven 17) für das Duett "Greatest Journey", und für das Stück "Love Conquers All" stand ihr Nik Kershaw zur Seite.Kim Wilde selbst hält dieses 43 Minuten lange Album jedenfalls für das Beste seit mindestens 20 Jahren, und sie könnte Recht haben.Beim ersten Hören kann es jedenfalls mit dem letzten Album fast mithalten, und das fand ich mit der Zeit immer besser.Aufgemacht ist die CD gut, und das Booklet enthält auch einige Fotos der noch immer wunderschönen Kim. Auf die nächsten 50 Jahre!