Das 15x21 qcm "große" Büchlein umfasst - wie die anderen Bände aus der Reihe - 125 fadengebundene Seiten guten Papiers. Obwohl es sich nicht um hochglänzendes Kunstdruckpapier handelt, hat es eine sehr hohe Feinporigkeit und dadurch eine angenehm homogene Oberfläche.
Didier Carré verfolgt in diesem Band ein Konzept - er präsentiert seine Modelle zuerst in einer Ganzkörperaufnahme und konzentriert sich danach schrittweise auf engere Ausschnitte. Leider ist dabei nur all zu häufig der Intimbereich des Modells das Ziel. Andere, ebenfalls wunderschöne Details des weiblichen Körpers finden - bis auf wenige Ausnahmen, hierbei vor allem Füße - keine Erwähnung. Durch die stete Wiederholung wirken die Bilder irgendwann beliebig, austauschbar, ja bislang banal.
Die Aufnahmen selbst sind - im Rahmen der geringen Möglichkeiten dieses kleinen Formats - größtmöglich präsentiert, wobei auch hier einige Tableaus darunter sind, die 2x2 Bilder auf einer Seite zeigen.
Neben den allgegenwärtigen Glasobjekten findet sich sogar etwas spärliche Kleidung auf einigen der Bilder: ein paar Slips und ganz selten auch ein paar Schuhe.
Die Konzentration auf Details kommt dem kleinen Format sehr entgegen - allerdings bleibt hierbei das Bild der kompletten Person auf der Strecke, was Carré durch die einleitenden Übersichten auszugleichen versucht.
Die Studioaufnahmen sind mit recht einfachen Beleuchtungsmitteln erstellt worden. Hier wurde keine Lichtmagie angewandt und keine Materialschlacht betrieben: ein oder zwei Lichtquellen (eine harte und eine weiche) genügen dem Photographen hier, um die Posen seiner Modelle einzufangen. Allerdings erkauft er sich diese Einfachheit teilweise durch all zu harte Schlagschatten, die etwas moderate Aufhellung hätten vertragen können.
Im Vergleich zu "Stainless Ladies" durch das erwähnte Konzept (von der Übersicht hin zu Details) leicht besser, jedoch noch immer weit von den Klassikern und Künstlern der erotischen Aktphotographie entfernt. Leider wird sein Werk seiner eigenen Ankündigung im Vorwort nicht gerecht, dass man durch die diversen Details die gesamte Persönlichkeit kennen lernen könnte.
Ein weiblicher Körper besteht aus weit mehr als nur einem Genital.