Umstritten - Ja!
Dennoch für mich unumstritten eine der besten Clash Platten. Die Experimentierfreudigkeit, wie schon zuvor desöfteren bewiesen, der gekonnte Mix verschiedenster Musikstile und die Power zeichnen dieses Album in meinen Augen aus.
Sicher, man braucht mehrere Anläufe, um das Album in sein Herz zu schließen, aber nur, wenn man vorher nur Sachen wie das Debüt der Clash gewohnt war. Mit diesem ist "Combat Rock" kaum noch zu vergleichen, höchstens der Opener "Know Your Rights" erinnert noch an die guten, alten Punk Parolen wie "London's Burning" oder "White Riot", aber von der Geschwindigkeit kann man es eher mit "London Calling" in Verbindung bringen.
"Car Jamming und "Should I Stay Or Should I Go" sind auch noch eher klassisch, wobei Ersterer, wie viele der nachfolgenden Songs auch, sehr atmopshärisch ist und mit tollen Hintergrundgesängen daher kommt.
"Rock The Casbah", einer der Höhepunkte des Albums, ist einfach nur ein Meisterwerk, funkig, rhythmisch, tanzbar und der unbezahlbare Gesang Joe Strummers (Lyrics: Topper Headon) machen dieses Lied unsterblich. Ein Stichwort dies bezüglich ist New Wave, denn der immer wieder auftauchende Synthie-Sound und die Claps passen wunderbar zu "Rock The Casbah"!
"Red Angel Dragnet" ist eine von höchstens zwei eher schwachen Nummern. Der gesprochene Gesang ist sehr gewöhnungsbedürftig, trotzdem sehr guter Text und melodische Passagen.
"Straight To Hell" ist, genau wie "Rock The Casbah", ein echter Höhepunkt der Platte. Der Song unterstreicht und verstärkt erneut die unbeschreibliche Atmosphäre dieses Albums. Spätestens hier fällt jedem auf, dass das alles von der Musik nichts mehr mit Punk zu tun hat, aber ist das so wichtig? Nein!
Die folgenden Songs "Overpowered By Funk" und "Atom Tan" sind wieder schneller, wobei die Energie von "Overpowered By Funk" manchmal ins Nirgendwo zu strömen scheint.
"Sean Flynn" muss fast schon einzeln betrachtet werden. Ein sehr langsamer, ruhiger Song, indem verschiedenste Instrumente und Klänge vermischt werden und sehr Natur-artige Sounds erzeugt werden.
In "Ghetto Defendant" wird der Dub und Reggae in den Vordergrund gerückt. Wunderbar langsam und entspannend, allerdings im Bezug auf Reggae nicht mit "Police & Thieves" vom Debüt zu vergleichen. "Ghetto Defandant" ist ganz anders, ganz anders gut!
"Inoculated City", fast schon Pop, aber in heutigem Sinne toller Indie-Pop, und "Death Is A Star", leise und irgendwie Jazz-mäßig, runden das 1982 erschiene fünfte The Clash Album perfekt ab!
In diesem Sinne - "Go straight to hell boy/[girl]"!