Comanche 6 - Rote Rebellen
Bei der Serie Comanche handelt es sich wahrlich um einen Klassiker der Westerncomics. Das kann man allein schon daran erkennen, daß dies mittlerweile die 5. Veröffentlichung in Deutschland ist. So erschien 'Comanche' zuerst im ZACK-Magazin, dann bei Ehapa, Carlsen und zuletzt bei Kult.
Die Neuedition von Splitter ist jedoch die schönste Ausgabe, und hört auf den Namen Splitter Collectors Edition. Das bedeutet ein exzellent verarbeitetes Hardcoveralbum mit Bonusteil (in diesem Fall einen Teil von Gregs Biographie und viele Bilder von Originalzeichnungen von Herrmann) nebst beigefügtem Druck vom Cover.
Die Titelfigur Comanche ist eine junge Famerin, die zusammen mit ihren Freunden, dem irisch-stämmigen Revolverhelden Red Dust, dem schrulligen Ten Gallons sowie dem Schwarzen Toby klassische Westernabenteuer erlebt. Postkutschenüberfälle, Indianerkriege und Schießereien mit Revolvern - das ist der Stoff, aus dem die Serie Comache gestrickt ist.
In 'Rote Rebellen' geht es, wie der Name schon vermuten läßt, um aufständische Indianer, in diesem Fall Cheyenne. Diese beginnen, angestachelt vom Feuerwasser und ihrem Anführer mit Namen Einsames Feuer, einen Angriffskrieg gegen weiße Farmer. Dies steht im Gegensatz zu der Einstellung des Bruders von Einsames Feuer, der auf den Namen Aufrechtes Pferd hört, und in Frieden mit den weißen Männern leben will.
Ein Angriff kann dank Comanches Klugheit und Red Dusts Treffsicherheit verhindert werden, doch auch der 3. Bruder, Mondflecken, scheint sich auf Einsames Feuers Seite zu schlagen. Zu allem Überfluß treibt sich auch noch der Fotograf Dan Stuart zwischen den Fronten herum, da er für eine Zeitung Berichte und Bilder über die "Wilden" liefern will. Es kommt zur finalen Auseinandersetzung zwischen den ungleichen Lagern...
Fazit:
Wieder ein gelungener Band von einem Traumteam frankobelgischer Comickunst, daß uns neben Comanche noch weitere Klassiker wie Andy Morgan beschert hat.
Das klassische Westernsetting mit dem Gesetzeshüter, den guten und den Bösen Indianern sowie hilflosen Farmern wird aufgelockert durch die Anwesenheit des Fotografen Dan Stuart, der mit seinen technischen Gerätschaften für Erstaunen sorgt, und im Laufe der Geschichte seine anfängliche Einstellung bzgl. seiner Berichterstattung ändert.
Bei all den Kämpfen und den Toten hat die Serie trotz allem einen humorvollen Unterton, z.B. durch die Figur Ten Gallons, die nicht wenig an die Karl May-Figur Sam Hawkins erinnert, oder auch die Eröffnung, in der Comanche mal die neue Mode aus Europa testet.
Die Zeichnungen von Hermann sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Fans von Die Türme von Bos-Maury, Sarajevo Tango und Jeremiah können hier genauso zuschlagen wie Westernfans, denn die Serie steht auch Filmklassikern wie 'Spiel mir das Lied von Tod', 'Die glorreichen Sieben' oder 'Red River'in nichts nach.
Comanche ist und bleibt ein Top-Westerncomic, der in einem Atemzug zusammen mit Leutnant Blueberry, Jerry Spring oder Loveless genannt werden kann. Ausgezeichnete Unterhaltung!
(project:equinoX)