In faszinierend kühler, quecksilbriger Prosa entwirft Garland das Portrait eines sich selbst entfremdeten Menschen in einem "Land der letzten Dinge", in dem alles möglich ist, aber nichts hilft. Die Koma - Welt - eine ähnlich geschlossene Gesellschaft wie die Aussteigerkolonie in "The Beach", das unter Quarantäne stehende Manila in "The Tesseract" und das entvölkerte London in "28 Days Later - ist eine Metapher für eine völlig unverbindliche, seelenlose, deformierte Gesellschaft. Der kühle, gelegentlich an Pinter und Beckett erinnernde Ton überdeckt die Verzweiflung des Protagonisten wie eine dünne Eisschicht. Die düsteren, ebenso eleganten wie bedrückenden Holzschnitte des Vaters des Autors machen diesen Kurzroman zu einem echten Erlebnis (die kindische, kleinliche und peinliche Vermutung, diese Holzschnitte dienten lediglich dazu, den Umfang des Buches zu vergrößern, werde ich nicht durch einen Kommentar aufwerten). Rätselhaft, verschlüsselt und die Phantasie anregend, ist dies eine Art literarischer David Lynch - jedenfalls könnte ich mir eine Verfilmung durch diesen Regisseur gut vorstellen.