Dass die sechste und die siebte Staffel von "Columbo" auf einer Edition zusammengefasst sind, hat den schlichten Grund, dass die sechste Staffel gerade mal aus drei Episoden bestand.
Die Folgen in Einzelnen:
"Mord im Bistro" Der Schauspieler Ward Fowler (William Shatner) wird von einer Produzentin erpresst, weil sie weiß, dass er im Koreakrieg desertiert ist.
"Bei Einbruch Mord" Ruth Lytton (Joyce van Patten) beschließt ihren Bruder zu töten, weil dieser das unrentable Familienmuseum schließen will.
"Todessymphonie" Um die teuren Ausgaben seiner verwöhnten Frau zu decken, unterschlägt Oliver Brandt (Theodore Bikel) Gelder. Sein Partner kommt dahinter.
"Alter schützt vor Morden nicht" - auch "Rache ist bitter" Die Krimischriftstellerin Abigail Mitchell (Ruth Gordon) tötet Edmund Galvin, weil sie davon überzeugt ist, dass er deren Nichte Phyllis umgebracht hat.
"Mord a la Carte" - auch "Lauter Feinschmecker" Der arrogante Restaurantkritiker Paul Gerard (Louis Jourdan) tötet einen Restaurantbesitzer, weil der seine erpresserischen Machenschaften aufdecken will.
"Mord in eigener Regie" Wegen verschmähter Liebe und eines entgangenen Jobs in der Fernsehbranche tötet Kay Freestone (Trish van Devere) ihren Chef und Geliebten.
"Mord per Telefon" Da der Starpsychologe Eric Mason (Nicol Williamson) dahinter gekommen ist, dass sein Freund und Kollege ein Verhältnis mit seiner verstorbenen Frau hatte, stellt er ihm ein tödliche Falle.
"Waffen des Bösen" Der Schriftsteller Joe Devlin (Clive Revill) unterstützt die irisch-republikanische Armee, mit Waffen beliefert zu werden. Dabei tötet er einen betrügerischen Waffenhändler.
Nach der siebten Staffel sollte ein für allemal Schluss sein mit "Columbo". Das hatte mehrere Gründe: Erstens war die Zeit der Fernsehdetektive abgelaufen, die Soaps drängten mit Macht auf die Bildschirme. Zweitens wurde es immer schwieriger, geeignete Drehbücher zu finden. Das (und wahrscheinlich der Umstand, dass er sich nicht für den Rest seines Lebens auf eine einzige Rolle festlegen wollte) führte dazu, dass Peter Falk endgültig die Nase voll hatte. Es sollte tatsächlich elf Jahre dauern, bis Falk wieder den Trenchcoat überstreifen sollte.
Für die Fans war das eine Katastrophe. Schließlich wurden dem Inspektor auch mal die eine oder andere schwächere Folge verziehen, weil man ihn nun einmal ins Herz geschlossen hatte, getreu nach dem Motto: Besser eine schwache Columbo-Folge als gar keine.
Nun muss man allerdings sagen, dass die sechste und siebte Staffel keine schlechte Folge hatte, höchstens ein paar durchschnittliche. Eine davon war "Bei Einbruch Mord". Das wurde aber dadurch wieder ausgeglichen, dass Columbo hier von einem Trendfriseur eine Frisur verpasst kriegt, mit der er Ähnlichkeit mit seinem Hund bekam. Solche kleinen Zutaten waren es immer, die die Serie so liebenswert machte.
Außerdem sind mindestens drei Folgen zu den stärksten der Serie zu zählen: "Alter schützt vor Morden nicht" (bei der Columbo den ältesten Mörder seiner Karriere verfolgt. Ruth Gordon war zu diesem Zeitpunkt 81 Jahre alt), "Mord a la Carte" und "Mord per Telefon". Bei "Mord a la Carte" spielte übrigens Shera Danese mit, die schon in "Mord im Bistro" eine kleine Rolle als Molly spielte und nach dieser Folge Peter Falks Ehefrau wurde.
Eine der Stärken der Reihe war es, dass Columbo manchmal mit dem jeweiligen Mörder (oder der jeweiligen Mörderin) ein gewisses Mass Sympathie hatte. Bei "Mord a la Carte" war das anders. Vielleicht aufgestachelt durch Louis Jourdans Bemerkung, dass er Columbo respektiert, aber sonst nicht viel für ihn übrig hat, entgegnet er, dass er Jourdans Talent (zum Kochen) bewundert, aber "sonst gar nichts an ihm mag". Und wie das in den besten Folgen üblich ist, wird dann noch eins draufgesetzt. Hier hat Columbo gekocht (und dabei Jourdan als Mörder überführt), also fragt er den Kritiker nach seiner Meinung und der kommt nicht umhin, folgendes zu sagen: "Ich wünschte, sie wären Koch geworden".
Zum Schluss der letzten Folge spricht Columbo dann einen Satz, der während der ganzen Folge immer wieder vorkommt, und der irgendwie passend für das Ende war: "Wo wir so weit gekommen sind...so weit und nicht weiter".
Dann zog Peter Falk den Mantel aus und das lange Warten begann...