Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 19.08.2002
Erich Eggers kann das Buch des Publizisten Werner Rügemer über den "Kölner Klüngel" gar nicht genug loben. "Ausgezeichnet" habe der Autor die Hintergründe dieses Skandals recherchiert. Und was sich da auftut, so der Rezensent, hat mit dem eher "folkloristisch anmutenden" und "verharmlosenden" Begriff nichts mehr gemein. Rügemer nennt alle beim Namen, die an der "dubiosen Spendenpraxis" beteiligt waren und, lobt Eggers, er zeigt auch die spezifischen Interessen der in den Skandal verwickelten Akteure auf. Besonders gut gefallen hat Eggers dabei, dass der Autor sein Thema nicht theoretisch angeht, sondern sich ganz praktisch mit den Menschen auseinandersetzt, die in diesem komplexen und weitreichenden System von Politik und Korruption die Strippen gezogen haben. Gerade diese Konkretheit sei die Stärke dieses Buches, das Eggers allein schon zur exemplarischen Veranschaulichung von korruptem Verhalten für "überaus wichtig" hält.
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Köln ist für seinen "Klüngel" nicht erst seit der neuesten Affäre um die SPD und die Müllverbrennungsanlage berühmt.
Werner Rügemer zeigt das ganze Spektrum der "legalisierten Korruption". Seine Liste Prominenter, die in das "Filz"-Geschäft verwickelt sind, reicht bis in die Gegenwart. Der "Kölner Klüngel" ist eine folkloristische Verharmlosung einer systemischen Erscheinung - Korruption in der deutschen Kommune.