Eine Stadt wird systematisch ausgeplündert. Es ist das eigentlich reiche, liebenswerte Köln. Ein dubioser Fonds kauft sich den offenbar anfälligen Ex-Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier als Geschäftsführer ein, vermutlich um gezielt die Filetstücke privatisiert zu bekommen. Ruschmeier hatte übrigens schon in seiner Amtszeit schwer begreifliche Entscheidungen getroffen. Köln zahlt heute extrem hohe Mieten o.ä. an Privat, der Oppenheim-Esch-Fonds hatte mutmaßlich zweistellige Renditen.
Rügemer zeigt diesen Fall und viele andere Kungeleien auf. Er kritisiert das Meinungsmonopol der Neven-DuMonts (deren "Stadtanzeiger" berichtet kaum über Oppenheim, tja, dessen Investor u.a. ein gewisser Alfred Neven-DuMont ist) und attackiert Wirtschafts"größen" wie lokale Gestalten der Politik. Vor allem CDU, FDP und SPD kommen gar nicht gut weg. Als Marxist greift Rügemer jedoch auch grundsätzliche Punkte an.
Das Material, worauf er sich stützt, beruht auf Presseberichten, Gerichtsakten oder eigenen Recherchen.
Wer Köln kennt, wird das Buch rascher verstehen. Doch andere Städte haben das Problem hochwahrscheinlich auch schon. Cross-Border-Leasing, Privatisierung des kommunalen Tafelsilbers und andere Spielchen der "Eliten" - schauen Sie genauer hin, Rügemer schärft dafür den Blick.
Und weswegen er sich die fünf Sterne erst recht verdient hat: Rügemer bleibt unrabaukig und führt weniger zu Motzen, sondern zu aktivem Engagement.